Mit dem Hölzler einem Rentner den Unterschenkel gebrochen

Vorarlberg / 14.04.2022 • 22:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Bauarbeiter will bei sich selbst kein Gewaltproblem erkennen. Er kann aber mehrere einschlägige Vorstrafen vorweisen. EC
Der Bauarbeiter will bei sich selbst kein Gewaltproblem erkennen. Er kann aber mehrere einschlägige Vorstrafen vorweisen. EC

Gerichtsmedizinischer Sachverständiger soll nun prüfen, ob dies möglich ist.

Feldkirch Eigentlich hätte es ein netter, entspannter Abend werden sollen. Mehrere Nachbarn und Bekannte wollten ins Jahr 2022 feiern. Doch dann endete die Silvesterparty in Hohenweiler mit einem Polizei- und Rettungseinsatz. Einer der Gäste, ein 65-jähriger Pensionist, hatte Schien- und Wadenbein gebrochen. Zudem eine Verletzung am Finger und ein aufgeschürftes Knie.

Gewisses Gewaltpotential

Das Opfer und dessen Sohn sagen, einer der Gäste hätte dem Rentner mit einem massiven, schweren Holzschuh, Hölzler genannt, gegen den Unterschenkel getreten. Der Hölzlerträger dementiert heftig und behauptet, der Verletzte müsse sich die Brüche bei einem Sturz zugezogen haben. Während das Opfer angeblich keine Ahnung hat, warum es zum Opfer wurde, behauptet der 43-jährige Angeklagte, der Rentner hätte schlecht über einen Verwandten geredet, deshalb sei es zum Streit gekommen.

Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt. Er bringt es auf Vorstrafen, etliche wegen Körperverletzung und hatte an jenem Abend nachweislich über zwei Promille intus. Das Opfer hingegen hatte lediglich drei Bier getrunken. „Ich hatte ihm noch, bevor ich gegangen bin ein Glücksschwein geschenkt, darum verstehe ich das Ganze nicht“, sagt der Mann, der operiert werden musste, immer noch mit Krücke gehen, täglich Medikamente nehmen muss und regelmäßig Trombosespritzen bekommt. „Kann es sein, dass Sie ein Gewaltproblem haben?“, will Richterin Sabrina Tagwercher vom Angeklagten wissen. „Nein“, lautet die Antwort 43-jährigen Bauarbeiters.

Whiskyflasche als Auslöser

Zwei der Gäste erzählen, dass der Angeklagte so aufgebracht war, weil eine Whiskyflasche angeblich „plötzlich“ leer war. Dabei hatte der Angeklagte sie selbst ausgetrunken. „Wir sagten noch, dass er eine neue bekommt“, erinnert sich die Ehefrau des Opfers. Wieder verneint der Angeklagte, um eine Whiskyflasche sei es nie gegangen. Das Opfer sagt, dass es im Freien plötzlich von dem Sturzbetrunkenen angegriffen worden und getreten worden sei. Der Sohn kam dem Vater zu Hilfe und befreite ihn. Verteidigerin Olivia Lerch beantragt ein Sachverständigengutachten zur Frage, ob man im Stand, noch dazu stark alkoholisiert, ohne Anlauf mit einem Holzpantoffel dem Gegenüber Schien- und Wadenbein brechen könne. Die Richterin stimmt zu. Nun ist der Gerichtsmediziner am Wort, der Prozess wurde vertagt. EC

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