Ukraine-Flüchtlinge: Der große Anstrum ist vorbei

Vorarlberg / 15.04.2022 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Ankunftszentrum in Nenzing: Letzte Woche sind hier 64 Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. VN/Paulitsch
Das Ankunftszentrum in Nenzing: Letzte Woche sind hier
64 Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. VN/Paulitsch

Innerhalb einer Woche sind 64 Flüchtlinge angekommen.

Nenzing Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die größte Flüchtlingsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Das UN-Flüchtlingskommissariat schätzt die Zahl der Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, auf über 4,7 Millionen. Viele von ihnen haben es über die Grenze nach Österreich geschafft. Prioritäres Zielland sei es aber keines, sagt Landesrat Christian Gantner. 80 Prozent derer, die in Österreich ankommen, würden weiterreisen. Zuletzt sind zudem deutlich weniger Menschen gezählt worden. Insgesamt haben bisher gut 56.000 ukrainische Flüchtlinge in Österreich Schutz gefunden.

In Vorarlberg ist die erste Anlaufstelle das Ankunftszentrum in Nenzing, wo die umgebaute Tennishalle als vorübergehende Unterkunft und Registrierungsstelle dient. Auf kurzem Weg gibt es auch Gesundheitscheck und Beratung. Nach einer ersten Welle mit einer großen Zahl an Flüchtlingen ist es letzte Woche ruhiger geworden. Gestern waren 1319 Schutzsuchende offiziell registriert, lediglich 64 mehr als am Freitag vor einer Woche. „Der Zustrom ist zurückgegangen“, beschreibt der zuständige Landesrat Christian Gantner. Auch wenn der erste Höhepunkt überschritten sei, bereite man sich je nach weiterer Kriegsentwicklung auf alle Szenarien vor.

Gesucht wird auch weiter nach Wohnraum. „Keine einzelnen Zimmer mehr, sondern Wohnungen oder auch Wohnhäuser“, so Gantner. Die Solidarität der Vorarlberger sei ungebrochen groß, täglich würden ein knappes Dutzend Angebote für Unterkünfte hereinkommen. Anfangs seien Flüchtlinge nach Vorarlberg gekommen, die hier bereits einen Ankerpunkt – also Verwandte oder Bekannte – hatten, beschreibt der Landesrat. Zudem gab es eine Zeit lang Zuweisungen aus dem Bund. „Mittlerweile ist das nicht mehr der Fall. Wir haben jetzt nur noch Einzelne, die nach Vorarlberg flüchten.“

Große Spendenbereitschaft

Mit dem Rückgang des Zustroms könne jetzt die Zeit für weitere Vorbereitungen und die Betreuung genutzt werden, sagt Landesrat Ganter. Dass es aber wie ursprünglich kalkuliert bis zu 6000 Ukraine-Flüchtlinge werden könnten, daran glauben die Verantwortlichen nicht mehr. Der Bedarf an Hilfe ist dennoch ungebrochen groß. Auch finanziell haben sich die Vorarlberger in den letzten Wochen von ihrer großzügigen Seite gezeigt. So sind auf die Spendenkonten von „Vorarlberg hilft“ bis gestern 1.406.954 Euro eingegangen. VN-MIG

„Der Zustrom ist zurückgegangen“, sagt Landesrat Christian Gantner.
„Der Zustrom ist zurückgegangen“, sagt Landesrat Christian Gantner.

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