In Schruns wird in die Zukunft investiert

Vorarlberg / 18.04.2022 • 17:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Jürgen Kuster, Uwe Lindner, Verwaltungsdirektor der Reha-Klinik, und Christoph Walla, Geschäftsführer der ENGIE Energie GmbH, freuen sich über die neue Photovoltaik-Anlage der Klinik.ENGIE
Bürgermeister Jürgen Kuster, Uwe Lindner, Verwaltungsdirektor der Reha-Klinik, und Christoph Walla,
Geschäftsführer der ENGIE Energie GmbH, freuen sich über die neue Photovoltaik-Anlage der Klinik.ENGIE

Gemeinde baut das Fernwärmenetz weiter aus und Reha-Klinik freut sich über neue Photovoltaikanlage.

Schruns „Raus aus Öl und Gas“ lautet der Titel einer österreichischen Sanierungsoffensive. Im Montafon hat man sich dieses Credo bereits vor Jahren auf die Fahne geschrieben. 2009 wurde in Schruns ein modernes Biomasse-Heizwerk gebaut. Seither wird das Fernwärmenetz stetig weiter ausgebaut. „Die aktuelle Situation zeigt auch, dass eine nachhaltige Entwicklung unserer Region Priorität haben muss. Wir werden deshalb den Ausbau der Fernwärmeleitungen des Biomasseversorgers Naturwärme Montafon weiter forcieren“, betont der Schrunser Bürgermeister Jürgen Kuster im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine.

Der weitere Ausbau des Fernwärmenetzes im Ortsgebiet von Schruns im Bereich der Silvrettastraße wird am 25. April in Angriff genommen. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte Juli. Während dieser Zeit kann es im Straßenabschnitt zwischen dem Friedhof und dem Hotel Alpenrose zu Verkehrsbehinderungen kommen. „Diese Straßenbaustelle im Ort nehmen wir bewusst in Kauf“, sagt Jürgen Kuster im Hinblick auf die Tatsache, dass die Straße erst vor einigen Jahren saniert wurde. „Heizen mit heimischem Holz ist ein wesentlicher Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität, und gleichzeitig macht uns das unabhängiger von ausländischen Öl- und Gasimporten.“

350.000 Liter Öl ersetzt

Um rund 600 Laufmeter wird das Fernwärmenetz erweitert. Etwa 700.000 Euro habe man in das Ausbauprojekt investiert. „Damit haben wir in den letzten beiden Jahren 2 Millionen Euro in den Ausbau und die Optimierung der Naturwärme investiert“, informiert Christoph Walla, Geschäftsführer der ENGIE Energie GmbH. „Voraussichtlich werden 350.000 Liter Öl durch regionale Biomasse, die im Heizwerk verfeuert werden, ersetzt.“ Das Holz für das Biomasse-Heizwerk kommt überwiegend aus den regionalen Wäldern Vorarlbergs. Rund 100 Lieferanten bedienen die Anlage, auch mit Kleinmengen. Ein Teil des Materials werde auch in Gegengeschäften erworben. So werde zum Beispiel Sägeholz aus dem Montafon ins Walsertal geliefert und in gleichem Zuge nicht sägefähiges Material, also Hackschnitzel und Holzabfälle, ins Heizwerk geschafft. „Wir müssen nur sehr wenig zukaufen“, freut sich Christoph Walla. Im vergangenen Jahr seien es etwa 20 Prozent an Biomasse gewesen.

Reha-Klinik setzt auf Photovoltaik

Die ENGIE Energie GmbH ist jedoch nicht nur Ansprechpartner, wenn es ums Thema Heizen geht, wie Geschäftsführer Christoph Walla betont. „Wir bieten darüber hinaus weitere Energielösungen an.“ Davon profitiert aktuell auch die Reha-Klinik Montafon. „Die Reha-Klinik arbeitet laufend an Konzepten zur Reduktion des Energieeinsatzes und damit auch zur Reduktion ihres CO2-Fußabdrucks“, teilt Uwe Lindner, Verwaltungsdirektor der Klinik, mit. So wurde im Zuge einer Anlagenoptimierung auch eine Flächenanalyse durchgeführt und schließlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Klinik installiert.

„Mitte April startet der Betrieb der neuen Anlage, und auch die Wasserbereitungsanlage wird im Zuge der Energieoptimierung saniert und auf den neuesten technischen Stand gebracht.“

Verbrauch von 100 Haushalten

Rund 300.000 Kilowattstunden Strom soll die Anlage im Jahr produzieren. Die Reha-Klinik kann damit ca. 26 Prozent ihres Gesamtstromverbrauchs abdecken. Das entspricht einem jährlichen Verbrauch von 100 Haushalten. „Eine attraktive Einsparmöglichkeit auch angesichts der stetig steigenden Strompreise“, sagt Uwe Lindner.

Auch die Warmwasserbereitung wird überarbeitet und soll weitere Einsparungen bringen. „Die neue Warmwasserbereitung dient sowohl der Steigerung der Hygiene als auch der Reduzierung des Energiebedarfs durch den Einbau von drei Hochleistungs-Hygienespeichern“, erklärt der Verwaltungsdirektor.

Neben dem Warmwasser wird auch erwärmtes Heizanlagenwasser gespeichert, das wiederum das Warmwasser im Durchlaufverfahren erwärmt. „Dies ist eine besonders hygienische und klimaeffiziente Art der Warmwasserbereitung“, betont Uwe Linder.

Das Fernwärmenetz wird ab dem Friedhof entlang der Silvrettastraße ausgebaut.
Das Fernwärmenetz wird ab dem Friedhof entlang der Silvrettastraße ausgebaut.
Neben der Reha-Klinik werden weitere große und auch kleine Abnehmer mittels Fernwärme vom Biomasse-Heizwerk versorgt.
Neben der Reha-Klinik werden weitere große und auch kleine Abnehmer mittels Fernwärme vom Biomasse-Heizwerk versorgt.