Warum die Externistenprüfung nun einigen Eltern Sorgen bereitet

Vorarlberg / 19.04.2022 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Warum die Externistenprüfung nun einigen Eltern Sorgen bereitet
Die Externistenprüfung könnte bei einigen Schülern für Haareraufen sorgen. Wer sie nicht besteht, darf kommendes Jahr nicht mehr in den häuslichen Unterricht. Symbolfoto DP

Wegen Coronaregeln ließen sie Kinder nicht in die Schule. An die Konsequenzen haben nicht alle gedacht.

Bregenz, Dornbirn Die Coronamaßnahmen an den Schulen sind rigide. Maskentragen und häufige Testungen gehören zum Schulalltag, auch wenn die Regeln nun etwas gelockert wurden. Für weit mehr als 400 Elternpaare Grund genug, ihre Kinder aus der Pflichtschule zu nehmen und sie in den sogenannten häuslichen Unterricht zu überführen. Das bedeutete: Die Youngsters mussten zu Hause von einer behördlich gemeldeten Person unterrichtet werden. Am Ende des Schuljahres wartet auf sie eine kommissionelle Prüfung, in der sie belegen müssen, dass sie sich den Jahreslehrstoff erfolgreich angeeignet haben.

Rückkehrer nach Ostern

“Es sind einige Kinder an die Schule zurückgekehrt”, berichtet Schulqualitätsmanagerin Susanne Speckle. Knapp 300 Externisten sind es jedoch immer noch, auch wenn gerade an Ostern ein Dutzend Eltern ihre Kinder in den regulären Unterricht zurückschickten. “Nach Ostern bis Schulende bleibt für die Lehrer noch Zeit, Grundlagen zur Benotung zu erhalten. Danach ist das kaum mehr möglich und eine umfangreiche Prüfung zur Leistungsfeststellung unumgänglich. Eine solche ist die Externistenprüfung für jene Kinder, die während des ganzen Schuljahres im häuslichen Unterricht waren”, erklärt Speckle.

“Nach Ostern bis Schulschluss bleibt für die Lehrer noch Zeit, Grundlagen für die Benotung zu erhalten.”

Susanne Speckle, Schulqualitätsmanagerin

Nervosität bei Eltern steigt

Dass die kommissionelle Externistenprüfung vor allem den Eltern bereits jetzt Respekt einflösst, weiß Sabine Bader, Direktorin der Volksschule Edlach in Dornbirn. “Die Eltern haben dazu sehr viele Fragen. Streng genommen wäre ihnen nur der Lehrplan der jeweiligen Klasse als Information vorzulegen, doch natürlich stehen die Klassenlehrer mit ihnen in Kontakt, um bestimmte Eckpunkte für die Prüfung festzulegen.” Von ihrer Schule befinden sich vier Kinder in häuslichem Unterricht auf, drei davon sind Viertklässler. Die Externistenprüfung ist speziell für Letztere von großer Bedeutung.

“Die Eltern haben viele Fragen. Streng genommen könnte man nur auf den Lehrplan verweisen.

Sabine Bader, Direktorin VS Dornbirn-Edlach

90 Standorte

Die Standorte der kommissionellen Prüfungen wurden mittlerweile festgelegt. “90 von 250 Pflichtschulen stellen sich für diese Prüfungen zur Verfügung”, weiß Schulqualitätsmanagerin Speckle. Mehrere Direktoren hatten sich im Vorfeld der Standortzuteilung darüber beschwert, dass sie zur Durchführung von Externistenprüfungen quasi ungefragt bestimmt wurden. “Wir haben in dieser Frage in Absprache mit den Schulen nun Einvernehmen erzielt”, freut sich Speckle. Einige Bildungsstätten haben sich abgestimmt, übernehmen zum Beispiel für eine bestimmte Schulstufe die Prüfungsagenden nicht nur für sich, sondern auch für andere Schulen und können Schüler anderer Schulstufen zur Prüfung in die Partnerschulen schicken.

Die Prüfungen beginnen ab Juni, die zuständigen Schulen können die Termine selbst fixieren. Während die Volksschüler ihre Externistenprüfung an einem Tag absolvieren können, nimmt diese für Mittel- und AHS-Schüler bis zu drei Tagen in Anspruch. An den Volksschulen sind die Prüfungen bis zur dritten Klasse ausschließlich mündlich.

Besteht ein Schüler bzw. eine Schülerin die Externistenprüfung nicht, muss er/sie im kommenden Schuljahr zwingend wieder zum Präsenzunterricht an die Schule.