Familie fetzt sich vor Gericht

Vorarlberg / 20.04.2022 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vater und Sohn mussten sich vor Gericht verantworten. EC
Vater und Sohn mussten sich vor Gericht verantworten. EC

Seit zwei Jahren gibt es im Montafon von früh bis spät Beleidigungen und “Theater”.

Feldkirch „Das Ganze begann mit dem Hundekot“, sagt der 53-jährige Erstangeklagte. „Der hat uns Hundescheiße auf unser Grundstück geworfen. Ich sagte, den könne er behalten, das war nicht unser Hund und deshalb hab‘ ich ihm den Dreck mit der Schaufel wieder zurückgeworfen.“ Dass er noch hinzugefügt habe „sonst hau ich dir die Schaufel über den Kopf“ oder „sonst steck ich dir ein Messer in den Hals“, stimme auf gar keinen Fall. Sein Cousin, der knapp 30 Meter entfernt wohnt, brülle bereits am Morgen vom Balkon: „Ihr dummen Arschlöcher“ und dergleichen. Man beschimpfe sich gegenseitig, das stimme, aber Drohungen oder gar körperliche Angriffe habe es nie gegeben, beteuert der 53-Jährige. Auch sein 82-jähriger Vater weist jede Schuld von sich. Er könne einzig und allein bestätigen, dass es bereits seit rund zwei Jahren „Krieg“ gebe. Und zwar, weil der andere „nicht ganz dicht sei“, betont der Zweitangeklagte.

Zwerge, Frösche und Katzen

Ein Vorwurf gegen den Rentner lautet, dass er versucht habe, den ungeliebten Nachbarn mit einem Besen zu schlagen. Zudem habe er ihm eine Gartenfigur nachgeworfen. Dadurch habe er eine Schürfwunde am Rücken erlitten, behauptet der Verwandte vom Nachbargrundstück. Auch rund drei Zentimeter große Steine habe er ihm nachgeworfen. Auch das stimme nicht, so der 82-Jährige. „Höchstens Blumenerde aus einem Topf“, fügt er hinzu.

Richter Andreas Böhler zeigt dem Angeklagten ein Foto einer weißen Gartenfigur. „Das könnte eine Katze sein“, meint der Befragte. Die Figur kenne er nicht, denn sie hätten einige von denen, Frösche und dergleichen. Die auf dem Foto kenne er nicht und nachgeworfen habe er sie garantiert niemandem, egal was das für ein Tier sei. Die Behauptung, dass irgendjemand aus der Familie auf den Verwandten mit dem Auto zu- und knapp an ihm vorbeigefahren ist, sei ebenso falsch wie der Rest der Behauptungen. Einige Familienangehörige der beiden Angeklagten werden befragt. Der offenbar arbeitslose Nachbar, der vor der Polizei so bereitwillig als Opfer aussagte, kommt nicht zum Prozesstermin am Landesgericht in Feldkirch. Die Ladung wurde nicht abgeholt. Ohne seine Angaben kann das Verfahren nicht abgeschlossen werden, weshalb der Prozess vertagt werden musste. EC