Radeln soll am Harder Achufer verboten sein

Vorarlberg / 20.04.2022 • 17:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dieser Bereich des Harder Achufers soll für Radler künftig gesperrt sein. Auch Badende am Flachufer sind nicht erwünscht.
Dieser Bereich des Harder Achufers soll für Radler künftig gesperrt sein. Auch Badende am Flachufer sind nicht erwünscht.

Wegen Naturschutz: Kein Radweg am gerade sanierten Ufer der Bregenzerach in Hard.

HARD 15 Millionen Euro wurden in die hochwassersichere Sanierung der Bregenzerach in Hard und Bregenz investiert. Die Arbeiten sind abgeschlossen. Künftig soll der beliebte Weg am Achufer allerdings für Radlerinnen und Radler gesperrt werden. Dagegen wehren sich etliche Politiker.

„Ich hoffe, dass ich die Bezirkshauptmannschaft Bregenz überzeugen kann!“ Der Harder Bürgermeister Martin Staudinger (SPÖ) versteht nicht, weshalb das Radfahren entlang des Harder Achufers plötzlich verboten sein soll. „Hier waren während der vergangenen Jahre Fußgänger und Radfahrer problemlos unterwegs. Jetzt haben etliche Schulklassen dabei mitgeholfen, die Dammböschungen neu aufzuforsten. Aber künftig soll auf dem neu angelegten Weg keine Radlerin, kein Radler mehr verkehren. Ich hoffe, dass sich das noch ändern lässt.“ Er selbst fahre gerade im Hochsommer lieber in diesem schattigen Teil entlang des Flusses als auf dem Weg auf der südlichen Seite des Auwaldes. „Dort ist es im Sommer wesentlich heißer.“

Natura-2000-Gebiet

Bernhard Fink, Geschäftsführer des Gemeindeverbandes Bregenzerach Unterlauf, berichtete, dass diese Einschränkung dem Natura-2000- Gebiet geschuldet sei. „Ursprünglich sollte sogar das Begehen untersagt werden. Da es aber einen Weg gibt, wurde das abgewendet.“ Künftig soll eine Schranke diesen Weg absperren. Ob bestraft wird, wer diese Sperre per Fahrrad umgeht, ist nicht gesichert.

Zudem wurden großzügige flache Uferzonen geschaffen, die bei entsprechendem Wasserstand wohl auch von Badegästen genutzt werden. Auch das widerspreche der Verordnung für solche Gebiete. Ob Hard allerdings die Gemeindepolizei dafür abstellt, solche Vorschriften durchzusetzen, ist nicht geklärt.

2500 Bäume und Sträucher

Inzwischen ist die Aufforstungsaktion am linken Achufer erfolgreich abgeschlossen. Der Bauhof der Stadt Bregenz wurde dabei von zahlreichen Schülerinnen und Schülern unterstützt. Insgesamt konnten 2500 Bäume und Sträucher gesetzt werden.

Der Bereich soll in wenigen Jahren wieder den ursprünglichen Charakter einer Aulandschaft am Flussufer erreichen. Bürgermeisterin Irmgard Hagspiel, Kennelbach, bedankte sich als Obfrau des Gemeindeverbands bei allen, die sich an der Aufforstung beteiligt hatten. Dem schloss sich auch der Harder Bürgermeister Staudinger gerne an.

Trinkwasserschutz

Bernhard Fink informierte die jugendlichen Helferinnen und Helfer auch darüber, dass bei der Sanierung des Bauabschnitts besonderes auf den Schutz der Harder Trinkwasserreserven geachtet worden war. Ein Trinkwasserbrunnen liegt nur rund 100 Meter vom Achufer entfernt. Hier fördert die Marktgemeinde Hard Trinkwasser aus einem 18 Meter tief liegenden Grundwasserfeld. Dieses wird insbesondere aus dem Raum Kennelbach-Wolfurt gespeist. AJK

Bürgermeisterin Irmgard Hagspiel und Bürgermeister Martin Staudinger mit fleißigen Schülerinnen und Schülern. <span class="copyright">AJK/3</span>
Bürgermeisterin Irmgard Hagspiel und Bürgermeister Martin Staudinger mit fleißigen Schülerinnen und Schülern. AJK/3
Bürgermeisterin Irmgard Hagspiel und Bürgermeister Martin Staudinger mit fleißigen Schülerinnen und Schülern. <span class="copyright">AJK/3</span>
Bürgermeisterin Irmgard Hagspiel und Bürgermeister Martin Staudinger mit fleißigen Schülerinnen und Schülern. AJK/3