Streit auf der Straße eskaliert

Vorarlberg / 24.04.2022 • 21:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 70-Jährige will sich mit seinem Fast-Nachbarn aussprechen. Somit sollte es möglich sein, dass sie sich im Dorf künftig friedlich begegnen. EC
Der 70-Jährige will sich mit seinem Fast-Nachbarn aussprechen. Somit sollte es möglich sein, dass sie sich im Dorf künftig friedlich begegnen. EC

Rentner soll Jogger mit Auto bedrängt haben. Widersprüche vor Gericht.

Feldkirch Eine Wäldergemeinde im Jänner dieses Jahres. Es ist gegen halb zehn Uhr vormittags, als der 70-Jährige und ein Jogger im Dorf unterwegs sind. Es liegt Schnee, der Rentner fährt mit seinem Auto, der Sportler dreht seine Runden. Dem Autofahrer kommt vor, dass der Läufer sich höchst seltsam vorwärtsbewegt und mitten auf der Straße läuft. Deshalb geht er von einer Beeinträchtigung aus. Schlussendlich sei ihm der Mann sogar gegen sein Auto gelaufen. Der Jogger hält entgegen, dass er ganz normal gejoggt und mitnichten wild inmitten der Straße herumgesprungen sei.

Der Autofahrer habe ihn bedrängt, ihm den Weg abgeschnitten und ihn gegen einen Zaun gedrückt. Dadurch, sagt der Läufer, habe er Prellungen und Hämatome im Bereich der rechten Hüfte erlitten, zudem gab es einen Verdacht auf Bänderüberdehnung im rechten Knie. Der Pensionist kann sich nur wundern, da es keinen Aufschrei und kein Gejammer an der Unfallstelle gegeben habe. Was die Unfallstelle betrifft, gibt jeder übrigens eine völlig andere an.

Überraschung

Nach dem Vorfall schimpfte der Rentner etwas vor sich hin, sinngemäß „Was machst denn du da“, dann fuhr er nach Hause, damit war die Szene vorläufig beendet. Etwas später kam die Polizei und wollte das Auto des 70-Jährigen sehen und untersuchen. Bei dem Jogger machte man sicherheitshalber einen Alkoholtest. Der ergab allerdings 0,0 Promille und auch sonst war der Mann durchaus klar im Kopf. Die Staatsanwaltschaft klagt den älteren Herrn an, er habe den Sportler zum Stehenbleiben genötigt und ihn verletzt. Der Beschuldigte bestreitet das vehement. Nach einigem Hin und Her, fragt Richter Richard Gschwenter, ob man sich nicht auf eine Aussprache einigen könne. Der Angeklagte müsste dafür einsehen, sich nicht ganz korrekt verhalten zu haben. Der Vorschlag wird von beiden Seiten angenommen. Schließlich wohnt man fast nebeneinander.

Weiterer Gesprächstermin

„Ehrlich gesagt hätte ich mir gewünscht, dass er einfach mal vorbeikommt, damit wir die Sache unter uns ausreden“, sagt der Jogger und ist offenbar froh, dass sein Nahbar nicht verurteilt wird. Die beiden stimmen zu, die Sache nochmals außerhalb des Gerichts aufzuarbeiten. Somit sollte es möglich sein, dass sie sich nach diesem außergerichtlichen Tatausgleich im Dorf friedlich begegnen. EC