Gericht: Leitende Hotelangestellte zweigte 9400 Euro ab

Vorarlberg / 26.04.2022 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Leitende Hotelangestellte zweigte 9400 Euro ab
Die Angeklagte kam bei der Verhandlung mit einem außergerichtlichen Tatausgleich davon. Eckert

Überraschend hohe Tierarztrechnung hat 30-Jährige angeblich zur Veruntreuung veranlasst.

feldkirch Einst war sie leitende Angestellte eines modernen Vorarlberger Stadthotels, jetzt musste sie umsatteln. Der Grund: Die Frau zweigte Geld im großen Stil ab.

Besondere Mühe, die Malversationen zu verschleiern, gab sie sich nicht, deshalb war die Täterin rasch gefunden. In Frage kamen neben dem Hoteldirektor nur noch zwei Personen, eine davon war sie.

Rund ein halbes Jahr lange brachte sie Tageslosungen nicht auf dem Geschäftskonto zur Einzahlung, sondern steckte sie in die eigene Tasche. Manchmal den ganzen Betrag, manchmal nur Teilbeträge. In Summe 7500 Euro. Zudem heimste sie Münzgeld, Parkgebühren aus den Automaten des Hotels, ein. So zweigte sie nochmals 1900 Euro ab. Mit der Zeit fielen der Buchhaltung die immer häufiger werdenden Unregelmäßigkeiten auf. Anfangs bestritt die bislang Unbescholtene ihre Taten. Vor Gericht räumte sie ihr Fehverhalten ein.

Schaden gutgemacht

Die Diebin, der noch dazu eine Veruntreuung vorgeworfen wird, hat mittlerweile den gesamten Schaden wieder gutgemacht. Ihre Verteidigerin Andrea Concin regt eine Diversion, also eine außergerichtliche Regelung ohne Verurteilung an. Der Richter kommt der Anregung nach. Die Frau möchte sich selbstständig machen, braucht dafür gewerberechtliche Genehmigungen, eine Vorstrafe wäre da kein guter Einstand.

Der Grund für ihre Straftaten seien plötzliche, überraschend hohe Tierarztkosten gewesen, über die sie sich angeblich nicht hinausgesehen hat. Mit einem Kredit und einem neuen Job, wo sie ganz gut verdient, sieht sie sich den finanziellen Forderungen aus dem nun aufgenommenen Kredit gewachsen. 1800 Euro muss sie im Rahmen der Diversion Buße zahlen, 100 Euro kommen an Verfahrenskosten dazu.

Entschuldigungsschreiben

Ihrem einstigen Chef hat die einst „rechte Hand“ ein Entschuldigungsschreiben geschickt. Darin schrieb sie, dass ihr die Sache unendlich leidtue, dass es ihr gegenüber dem restlichen Personal peinlich sei und dass sie sich bewusst sei, einen groben Vertrauensmissbrauch begangen zu haben. „Wir hätten darüber reden sollen, wir hätten bestimmt eine bessere Lösung gefunden“, sieht die Angeklagte ihren Fehler im Nachhinein ein. Zahlt sie die Buße innerhalb eines halben Jahres, ist die Sache endgültig vom Tisch und sie gilt weiterhin als unbescholten.