Erste Freibäder öffnen Pforten

Vorarlberg / 28.04.2022 • 19:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Viktoria aus Feldkirch freut sich schon auf den ersten Sprung ins kühle Nass. VN/Steurer
Viktoria aus Feldkirch freut sich schon auf den ersten Sprung ins kühle Nass. VN/Steurer

Keine Masken und Tests, dafür Energiekosten als Herausforderung für Betreiber im Mai.

Schwarzach Zuerst die Pandemie und Wetterpech, jetzt steigende Energiekosten: Den Herausforderungen zum Trotz lassen sich Vorarlbergs Freibadbetreiber nicht unterkriegen. Die Becken sind bereits gefüllt, bald heißen die Trend­accessoires in den Bädern wieder Handtuch und Sonnenbrille statt Hammer, Bohrer und Malpinsel.

Traditionsgemäß öffnen wieder Betreiber im Oberland als Erste ihre Pforten. Neben der Felsenau und dem Waldbad in Feldkirch laden die Verantwortlichen des Walgaubads Nenzing am 1. Mai zum Saisonstart. Letztere etwas später als geplant. Aufgrund eines technischen Defekts an der Heizung musste der für Ostermontag geplante Auftakt verschoben werden. „Wir haben alles auseinandergebaut und getrocknet. Jetzt sollte es klappen“, erklärt Betriebsleiter Oliver Tschabrun. Steigende Energiekosten sind im Walgaubad demnach weniger ein Thema. „Wir sind das einzige Bad im Land mit wärmegedämmten Becken. Das heißt, dass das einmalige Aufheizen die meisten Energiekosten verursacht“, erklärt der Chef. Die Temperaturen um ein bis zwei Grad zu senken, um allgemein Energiekosten zu sparen, wie es Medienberichten zufolge in deutschen Freibädern der Fall ist, sei kein Thema. „Die Gäste sind da sehr empfindlich“, sagt Tschabrun. Sorgenfalten kräuseln sich hinsichtlich der Energiekosten dagegen auf der Stirn von Alexander Fritz von den Stadtwerken Bregenz. „Die Übergangszeit, also Mai und Juni, ist für uns immer sehr schwierig“, sagt der Betriebsleiter und fügt hinzu: „Wir haben die zwei größten Becken in Vorarlberg. Diese fassen je rund zwei Millionen Liter Wasser.“ Das Problem sei, wenn im Mai nachts die Außentemperaturen absinken, verpuffe die Wärme in Sekunden. „Wir sind von der technischen Auslegung her begrenzt“, erklärt Fritz. Er hofft daher auch auf Verständnis, wenn die Wassertemperaturen mal niedriger sind. Außerdem habe das Hallenbad ja im Mai vormittags geöffnet.

Geplant ist der Saisonstart im Strandbad für den 7. Mai. Aufgrund einer Baustelle stehen den Besuchern die Sportwiese, die Beachvolleyballplätze und der Basketballplatz für längere Zeit nicht zur Verfügung.

Ebenfalls für 7. Mai ist die Eröffnung in den Hohenemser Rheinauen geplant. Sanierungsarbeiten bei den Sanitäranlagen sind kurz vor dem Abschluss. „Wir sind guter Dinge, dass sich alles ausgeht“, sagt Betriebsleiter Ewald Petritsch. Investiert worden seien rund 450.000 Euro.

Nachdem es heuer nach momentanem Stand hinsichtlich Corona keine Auflagen wie Kontrollen von Tests geben wird, hofft Petritsch auf mehr Besucher. „Aufgrund der 3-G-Regel und des regnerischen Sommers hatten wir 2021 ein Drittel weniger Besucher als noch das Jahr davor.“ Von Einsparungen durch Senkung der Wassertemperaturen hält er nichts: „Darunter würde nur die Qualität leiden.“ Die steigenden Energiekosten würden sich auch nicht auf die Eintrittspreise niederschlagen. „Es gibt wie immer eine Indexanpassung, diese liegt aber nur bei drei und nicht bei sieben Prozent.“

Hoffen auf viele Badegäste

Für den Saisonstart fast gerüstet ist man auch im Val Blu in Bludenz. Hier wird der 14. Mai anvisiert. „Ende der Woche werden alle Becken gefüllt sein“, berichtet Geschäftsführer Jakob Glawitsch. Er hofft auf wärmende Sonnenstrahlen. „Im Mai benötigen wir natürlich den größten Teil der Energie.“ Die Energiekostensteigerung sei derzeit nicht zu spüren, da es langfristige Verträge gebe.

Gemäht und poliert wird auch noch in Feldkirch. „Gerade für die Kinder ist es wichtig, dass im Mai geöffnet wird. So haben sie eine Nachmittagsbeschäftigung und sind an der frischen Luft.“ Genauso wie seine Kollegen hofft er auf viel Sonnenschein und viele Gäste. Denn: „2021 hatten wir die zweitschlechteste Saison der vergangenen 25 Jahre.“ VN-mef

„Was die Wassertemperatur angeht, sind die Gäste sehr empfindlich.“

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