Streuobst-Sortengarten in Wolfurt sucht Paten

Vorarlberg / 28.04.2022 • 16:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
2008 legte Richard Dietrich (l.) mit seinen Helfern und den Mähdle-Schulkindern den Grundstein für den Sortengarten beim Wolfurter Wasserwerk, wo heute, Freitag, 16 Uhr, über das Thema Streuobst informiert wird. STP/2

2008 legte Richard Dietrich (l.) mit seinen Helfern und den Mähdle-Schulkindern den Grundstein für den Sortengarten beim Wolfurter Wasserwerk, wo heute, Freitag, 16 Uhr, über das Thema Streuobst informiert wird. STP/2

Freitag ist europaweit Tag der Streuobstwiese – Treffpunkt 16 Uhr im Sortengarten Wolfurt.

Wolfurt Sie sind wieder eine Augenweide – die blühenden Hochstammbäume der Streuobstwiesen. Die Bedeutung dieser landschaftsprägenden Obstbündt hat inzwischen in einem europaweiten Streuobsttag ihren Niederschlag gefunden. Und der Verein zur Förderung der Streuobstnutzung in Vorarlberg trägt dem Rechnung und lädt heute, 29. April, Freitag, 16 Uhr, zu einem Rundgang in den Sortengarten beim Wasserwerk in Wolfurt ein.

Impulsgeber „Mein Obstbaum“

Sie werden leider immer seltener – die imposanten Hochstammbäume, denn mehr und mehr Wiesen werden verbaut und der Platz für Streuobst wird knapp. Vor zwei Jahrzehnten wütete zudem der Feuerbrand und sorgte landauf, landab für einen Kahlschlag in den Obstbündten.

Die große Umwelt-Bürgerinitiative „Grünes Vorarlberg“, die sich vor fast 50 Jahren dem Erhalt des Waldes – vor allem des Schutzwaldes – widmete, wurde mit „Mein Obstbaum“ auf die Streuobstwiesen ausgeweitet. Hunderte umweltbewusste Vorarlbergerinnen und Vorarlberger pflanzten mit fachkundiger Begleitung und oft mit Mithilfe der Schuljugend im ganzen Land Tausende Bäume und sorgten dafür, dass diese Aktion ein wichtiger Impulsgeber wurde, denn seither gab und gibt es nach wie vor zahlreiche Initiativen vor allem von Obstbauvereinen, die sich dem Erhalt der Streuobstwiesen verschrieben haben.

Pilotprojekt Sortengarten

Von Anfang an war der Lauteracher Richard Dietrich als fachlicher Begleiter der Initiative dabei und initiierte gleichzeitig mit seinem Wolfurter Kollegen Peter Lingenhel das Projekt Streuobst-Initiative, das sich ebenfalls um den Erhalt der Streuobstwiesen bemühte und auch den Erhalt alter Sorten zum Ziel hatte.

2008 initiierte Dietrich das Pilotprojekt Sortengarten, in dem nach und nach 38 Apfel- und Birnensorten gepflanzt wurden. „Die inzwischen 14-jährigen Bäume liefern bereit erste Erträge und werden seit der Pflanzung von der Streuobstinitiative betreut. Streuobstwiesen zeichnen sich durch ein Spiel von Licht und Schatten aus. Die Wiese wird extensiv bewirtschaftet und viele Vögel und Insekten und andere Lebewesen finden hier ihren Lebensraum. Es ist naturnaher Lebensraum, wie er früher in den Dörfern überall im Rheintal zu finden war“, so der Initiator.

Zu aktiver Mitarbeit eingeladen

Heute, 16 Uhr, lädt Dietrich alle Interessierten zum Rundgang durch den Sortengarten beim Wasserwerk Wolfurt ein. Dabei wirbt er für eine aktive Mitarbeit: „Wir suchen ,Baumpaten‘, die für diese Patenschaft im Herbst ernten dürfen. So können sie den Sortengarten zwischen Mitte August und Ende Oktober bis zu fünf Mal besuchen und Haushaltsmengen von unterschiedlichen Bäumen ernten, die reif sind. Da die 38 Sorten unterschiedlich reifen sind immer andere Früchte zu finden.“

Start der Baumpaten-Initiative ist bei einem gemeinsamen Besuch für alle Interessierten, bei dem die Verantwortlichen der Streuobstinitiative unterstützt von Fachleuten alles erklären. Ein Kennenlernen ist wichtig für die weitere Patenschaft. Offene Fragen werden geklärt und eine Anmeldung als Baumpate ist hier erstmals möglich. Natürlich sind Interessierte nicht nur zur Ernte eingeladen, auch beim Winterschnitt im März sind die Baumpaten zur Mithilfe eingeladen. Dabei erfahren sie mehr über den Sortengarten und die damit verbundene Arbeit. STP

Auf den Streuobstwiesen finden auch zahlreiche Vögel und Insekten einen Lebensraum.
Auf den Streuobstwiesen finden auch zahlreiche Vögel und Insekten einen Lebensraum.