Neue Erkenntnisse zu Long Covid und Coronatabletten

Vorarlberg / 02.05.2022 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Coronawelle flacht ab: Vorarlberger Werte zählen zu den geringsten.

Innsbruck, Wien Die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Am Montag verzeichneten die Behörden österreichweit mit 4098 Neuinfektionen den geringsten Wert seit vier Monaten. 1205 Infizierte sind noch im Spital. Wien verzeichnet mit 595 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern die höchste Inzidenz, Vorarlberg liegt mit 350 nur noch hinter der Steiermark (320) und Tirol (268). Mittlerweile gelten 4,06 Millionen Personen in Österreich als genesen. 68,1 Prozent verfügen über einen gültigen Impfschutz.

Infektion trotz Tabletten

Dass die Impfung nicht vor einer Infektion schützt, aber sehr wohl einem schweren Verlauf vorbeugen kann, haben die vergangenen Monate gezeigt. Ähnlich wird es laut einer aktuellen Studie auch bei dem Covid19-Medikament Paxlovid sein. Eine vom Pharmakonzern Pfizer in Auftrag gegeben Untersuchung ergab, dass die Tabletten Infektionsübertragung nicht verhindern könne. Das habe aber keinen Einfluss auf die bisherigen Ergebnisse, erläutert Geschäftsführer Albert Bourla. Frühere Studien hatten gezeigt, dass Paxlovid bei Covid-Patienten mit hohem Risiko für eine schwere Erkrankung eine Krankenhauseinweisung oder den Tod zu fast 90 Prozent verhindert.

Long Covid durch Virusreste

Wie es nach der Infektion weitergeht, hängt offenbar damit zusammen, ob Virusbestandteile im Körper bleiben. Zu diesem Schluss kommt eine klinische Studie an Patienten mit chronischen Darmerkrankungen, die unter Federführung von Herbert Tilg an der Innsbrucker Uni-Klinik durchgeführt wurde. Es wurden 46 Patienten im Zuge einer Magen-Darm-Spiegelung untersucht. 65 Prozent der Patienten mit festgestellten Virusresten im Darm zeigten Long-Covid-Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. „Und dort, wo keine Virusreste gefunden wurden, gab es auch keine Long-Covid-Symptome“, erklärt Tilg. 90 Prozent der Untersuchten hätten eine milde Erkrankung durchgemacht. Es sei also keinesfalls so, dass vor allem auf schwere Verläufe Long Covid folge. Eine weitere Erkenntnis: Jene Patienten, bei denen am meisten Viren im Gewebe gefunden wurden, hatten weniger Antikörper. Zwar sei das noch kein Beweis, aber ein starker Hinweis, dass der Körper ein Problem habe, die Virusbestandteile endgültig zu eliminieren. Die Medizin habe noch keine Antwort, wie man diese Bestandteile komplett ausradieren könne.