Warum viele Maturanten missmutig in die Prüfung ihres Lebens gehen

Vorarlberg / 02.05.2022 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Zentralmatura findet insgesamt zum achten Mal statt. Auch heuer werden die Prüfungen von Corona geprägt. <span class="copyright">APA </span>
Die Zentralmatura findet insgesamt zum achten Mal statt. Auch heuer werden die Prüfungen von Corona geprägt. APA

Reifeprüfung 2022 beginnt heute mit Latein und Griechisch. Mündliche Prüfungen bleiben Reibebaum.

Bregenz, Wien An 737 Standorten findet heuer bundesweit die Matura statt. In Vorarlberg sind es 40 Bildungsstätten, die zum Erwerb der akademischen Reife einladen. 1140 Schülerinnen und Schüler kämpfen im westlichsten Bundesland darum.

Wie gehabt setzt sich die Prüfung aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Miteingerechnet fürs Abschlusszeugnis werden wie im Vorjahr auch die Jahresnoten der achten Klasse. Die zentral vorgegebenen schriftlichen Klausuren erstrecken sich vom 2. bis zum 12. Mai. Am 1. und 2. Juni finden die Kompensationsprüfungen für jene Kandidatinnen und Kandidaten statt, die in der Klausur negativ abgeschnitten haben. Wenige Wochen später gibt es die mündlichen Prüfungen, deren Termine je nach Standort unterschiedlich sind.

Corona bleibt Herausforderung

Die Stimmung bei vielen Maturantinnen und Maturanten ist nicht die beste. “Wir wurden nicht gehört mit unserer Forderung nach Verzicht auf die mündliche Matura auch heuer. Da sind jetzt schon gewisse Ängste da”, beschreibt AHS-Landesschulsprecherin Lina Feurstein die Gefühlslage zahlreicher Kolleginnen und Kollegen. Sie tritt am BG Gallusstraße zur Matura an.

Dass Corona auch der diesjährigen Reifeprüfung seinen Stempel aufdrückt, lässt sich nicht abstreiten. Die Jugendlichen mussten zwei Wochen vor Maturastart täglich einen negativen Coronatest, davon wöchentlich einen PCR-Test, vorweisen. “Unter diesem Druck haben einige geschummelt”, erzählt Feurstein. In ihrem Umfeld weiß sie von zwei Kandidaten, die wegen einer Infektion nicht antreten können und den zeitnahen Ersatztermin in Anspruch nehmen müssen.

Lina Feurstein übt Kritik an den für die Matura Verantwortlichen. "Wir wurden mit unseren Forderungen nicht gehört."
Lina Feurstein übt Kritik an den für die Matura Verantwortlichen. "Wir wurden mit unseren Forderungen nicht gehört."

Endlich ohne Masken

Immerhin bleibt den Maturantinnen und Maturanten dieses Jahrgangs ein Schicksal ihrer Vorgänger erspart: Sie müssen die Klausuren nicht mit den lästigen Masken schreiben und haben dennoch eine Stunde mehr Zeit dafür.

Die Matura habe viele Kandidaten bei ihren Aktivitäten vorsichtig gemacht, berichtet Feurstein. “Sie sind aus Ansteckungsangst nicht mehr ausgegangen und waren auch sonst vorsichtig.”

Ein gutes Team

Den größten Respekt haben laut AHS-Landesschulsprecherin die meisten Schüler immer noch vor dem Fach Mathematik. “Es ist gut, dass wir Mathe gleich am Dienstag haben. Das wird im Hinblick auf die nachfolgenden Prüfungsfächer befreiend wirken”, ist sie überzeugt.

Gehalten habe die durch Corona besonders vertiefte Partnerschaft der Schüler mit den Lehrern. “Die Lehrer waren auch heuer sehr engagiert, haben sich außerordentlich intensiv um uns gekümmert. Viele der Pädagogen haben über ihre Verpflichtung hinaus noch Kurse und Förderstunden angeboten”, setzt es ein dickes Lob von Lina Feurstein für die Lehrer.