Auch die Schweiz schaut aufs Abwasser

Vorarlberg / 03.05.2022 • 22:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Coronaüberwachung über Kläranlagen, zumal immer weniger getestet wird.

SCHWARZACH Was in Österreich schon länger gemacht wird, ist jetzt auch in der Schweiz gestartet worden: In mehr als 100 Kläranlagen im ganzen Land wird das Abwasser permanent auf Spuren des Coronavirus überwacht. Damit ist es möglich, das Infektionsgeschehen zeitnah festzustellen und etwa eine neue Welle sehr früh zu erkennen. Dies ist nach Angaben des eidgenössischen Bundesamtes für Gesundheit umso wichtiger, als die Zahl klassischer Coronatests zurückgeht. Fast jeder dritte PCR-Test ist zuletzt positiv ausgefallen. Das lässt darauf schließen, dass sehr viele Fälle nicht mehr erfasst werden.

In Vorarlberger Kläranlagen wurde in den vergangenen Wochen eine deutlich niedrigere Virenkonzentration registriert als Mitte März. Damals hatte die jüngste Omikron-Welle mit knapp 4000 bestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohner und sieben Tagen ihren Höhepunkt erreicht. Gestern belief sich diese Inzidenz nur noch auf 327 und entsprach damit ziemlich genau dem, was das Prognosekonsortium des Gesundheitsministeriums vorhergesagt hatte. Demnach dürfte die Entspannung in absehbarer Zeit nachlassen. Mit einem gefühlt coronafreien Sommer wie in den vergangenen beiden Jahren ist nicht zu rechnen. Es dürfte mehr Infektionen geben. Weil die meisten Erkrankungen milder verlaufen, könnten sich jedoch die Verhältnisse in den Spitälern ähneln. Aktuell gibt es im Land 23 Patienten mit Corona. Vor einer Woche waren es 36, vor einem Monat 112.

Situation in der Nachbarschaft

In deutschen Landkreisen der Bodenseeregion ist die Inzidenz bestätigter Infektionen mit bis zu 710 (Lindau) noch wesentlich höher als in Vorarlberg. Am Dienstag gab es dort auch durchwegs Zuwächse. Das ist allerdings darauf zurückzuführen, dass Fälle vom Wochenende nachgemeldet worden waren. Gegenüber der Vorwoche gab es auch hier überall Rückgänge.