Gericht: Verkehrsunfall wurde Einbrecher zum Verhängnis

Vorarlberg / 03.05.2022 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Verkehrsunfall wurde Einbrecher zum Verhängnis
Der Angeklagte wurde zu 18 Monaten unbedingter Haftstrafe verurteilt. Eckert

Flucht nach Italien wurde für Autoknacker durch unerwartetes Missgeschick zur Falle.

feldkirch Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch zeigt sich der angeklagte 27-jährige Moldawier von Anfang an geständig. Er müsse eine kranke Mutter und eine Ehefrau sowie ein Kind erhalten und in Moldawien sei die Lage bezüglich Arbeit aussichtslos. Auch in Österreich habe er keine Arbeit gefunden, deshalb gestohlen und in Pkw eingebrochen.

Der Mann zog durch das ganze Land. Autos, die vor Privathäusern oder auf Parkplätzen abgestellt waren, durchsuchte er nach Wertgegenständen und Geld. Entweder er schlug die Scheiben ein oder er hatte Glück und das Auto war nicht versperrt. Zehn Fahrzeuge wurden von ihm beschädigt, weitere fünf unversperrte Pkw geöffnet und durchsucht.

Dummer Zufall

Als er Österreich abgegrast hatte, wollte sich der Mann mit rund 1500 Euro Beute und zahlreichen erbeuteten Ausweisen, Papieren und Kreditkarten mit einem gestohlenen Fahrzeug nach Italien absetzen. Doch dort wurde er zufällig in einen Verkehrsunfall verwickelt, die italienischen Beamten wunderten sich über die Vielzahl der im Auto befindlichen, offensichtlich fremden Dokumente. Da flog auch auf, dass der Wagen gestohlen war. Seit Dezember vergangenen Jahres sitzt der Mann nun in U-Haft.

18 Monate Haft

Größtenteils ist der Mann geständig. Was einen Vorfall, wo er auf Video festgehalten wurde, betrifft, sagt er: „Kann sein, dass ich das war, der Mann auf dem Video sieht mir jedenfalls sehr ähnlich.” An Delikten hat sich eine ganze Menge angesammelt. Durch die vielen einbehaltenen Ausweise und Urkunden summieren sich die Vorwürfe. Verwendet hat er eine fremde Kreditkarte nur einmal, nämlich, um Zugfahrkarten zu kaufen. An Strafe bekommt der bislang Unbescholtene 18 Monate Haft, fünf Monate hat er bereits in U-Haft verbüßt und nach der Hälfte der Strafe, also nach neun Monaten, hat er als Ersttäter gute Aussichten, frühzeitig bedingt entlassen zu werden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.