Impulse für eine digitale Zukunft

Vorarlberg / 03.05.2022 • 16:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurden unter anderem die Vorteile der Digitalisierung evaluiert.He
Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurden unter anderem die Vorteile der Digitalisierung evaluiert.He

Erstes Digitalisierungsforum in Feldkirch gab zahlreiche Anregungen für die Stadt.

Feldkirch Von digitaler Bürgerbeteiligung, e-Voting und transparenter Verwaltung bis hin zu Co-Working-Spaces und öffentlichen Ladestationen für Smartphones und Laptops: Auf dem ersten Digitalisierungsforum unter dem Motto „Feldkirchs digitale Zukunft“ mangelte es nicht an Ideen und Visionen zur Digitalisierung der Montfortstadt.

Vom Musterland lernen

Bürgermeister Wolfgang Matt zeigte sich von den über 200 Anmeldungen zum ersten Digitalisierungsforum im Feldkircher Montforthaus beeindruckt. In seiner Eröffnungsrede blickte er zuerst auf den zurückgelegten Weg zurück. 2020 wurde ein Referat zur Digitalisierung eingerichtet, 2021 dann einstimmig die Erstellung einer Digitalisierungsstrategie beschlossen. „Digitalisierung soll dem Menschen dienen und nicht des Trends wegen erfolgen“, forderte er.

Gleich zu Beginn zeigte Robert Krimmer in einer Impulsrede über das Musterland Estland Chancen einer breiteren Digitalisierung auch für die Stadt Feldkirch auf. Estland ist derzeit Europameister, wenn es um digitale öffentliche Dienstleistungen geht. Diese reichen dort von der digitalen Unterschrift bis über die Digitalwährung hin zur Online-Wahl. „Digitalisierung soll die Dinge einfacher machen“ erklärte Regine Kadgien von der Fachhochschule Vorarlberg bei der anschließenden Podiumsdisussion, welche von Martin Giesswein moderiert wurde.

Thomas Berchtold vom Digital Campus stellte fest, dass Frauen in digitalen Berufen unterrepräsentiert sind und erörterte mit welchen Initiativen dem entgegengewirkt wird. Christoph Kirchengast, Geschäftsführer der Regio Vorderland-Feldkirch regte an, die digitale Kompetenz in der Bevölkerung zu stärken und Initiativen zu unterstützen, um mit dem Tempo der Digitalisierung Schritt halten zu können. Manfred Trefalt, Geschäftsführer der Stadtwerke Feldkirch, blickte auf 26 Jahre Tätigkeit bei den Stadtwerken zurück und lobte die Effizienzsteigerung durch die Digitalisierung. Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Vorarlberg, regte eine Art „Spotify der Mobilität“ an, um Mobilität als Dienstleistung zu begreifen, die jederzeit leicht zu buchen ist. Thomas Griesold von der Universität Liechtenstein machte bei der Diskussion außerdem deutlich, dass vor einer technischen Digitalisierung in Unternehmen ihr konkreter Nutzen vermitteln werden muss.

Konsequente Digitalisierung

Digitalisierungsstadtrat Georg Oberndorfer versprach, künftig überall Internetzugang anzubieten und die Stadt inklusive der Volksschulen auch weiterhin zu digitalisieren. Im Reichenfeld sollen fünf kostenlose Co-Working-Spaces mit Strom und WLAN im Freibereich entstehen. Ebenso sollen Dienstleistungen konsequent digital angeboten werden und selbst der Müllsack soll Zukunft online bestellbar sein. Gleichzeitig sollen Angebote aber auch leicht zugänglich sein und die Homepage der Stadt barrierefrei gestaltet werden. „Die Vision ist, dass ich zukünftig nicht mehr ins Rathaus gehen muss“, so sein Fazit. Über Weframe konnten die Teilnehmer des Forums selbst Inputs zur digitalen Zukunft der Stadt einbringen. Auch hierbei mangelte es nicht an Ideen: Diese reichten von transparenter Verwaltung und einem digitalen Bürgerhaushalt bis hin zu einer nützlichen Stadt-App mit echtem Mehrwert. HE

Bürgermeister Wolfgang Matt mit Keynote-Speaker Robert Krimmer und Digitalisierungsstadtrat Georg Oberndorfer.
Bürgermeister Wolfgang Matt mit Keynote-Speaker Robert Krimmer und Digitalisierungsstadtrat Georg Oberndorfer.