Der Glaube war Quelle seiner Kraft

Vorarlberg / 04.05.2022 • 17:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Johann Kaspar Rauch hatte die Entwicklung von Hohenweiler maßgeblich geprägt.
Johann Kaspar Rauch hatte die Entwicklung von Hohenweiler maßgeblich geprägt.

Altbürgermeister von Hohenweiler Johann Kaspar Rauch (1930 bis 2022) verstorben.

HOHENWEILER Am 22. April 2022 verstarb Johann Kaspar Rauch, Altbürgermeister und Ehrenbürger der Gemeinde Hohenweiler. Der am 9. Juni 1930 Geborene hat damit einen langen Lebensweg beendet, der geprägt war vom Dienst an der Gemeinschaft. Eine besondere Herzensangelegenheit war für ihn sein Engagement in der Gemeinde Hohenweiler und als Verwalter im Kloster Gwiggen.

Johann Kaspar Rauch war auch ein großer Familienmensch, von dem liebende Fürsorge, Wertschätzung und Zuverlässigkeit ausgingen. Sein tiefer Glaube war ihm stets eine Quelle der Kraft.

Johann Kaspar Rauch wurde für seine Aktivitäten mehrfach hoch ausgezeichnet. So war er Träger des Großen Verdienstzeichens des Landes Vorarlberg und des Silbernen Verdienstzeichens der Republik Österreich.

Johann Kaspar Rauch war von 1965 bis 1986 Verwalter und Bürgermeister in Hohenweiler. In seine Amtszeit fällt eine Reihe von Meilensteinen für die Gemeinde Hohenweiler. Sie werden umso bedeutsamer, wenn man bedenkt, dass Hohenweiler damals über 700 Einwohner hatte. Er hat die Entwicklung der Gemeinde maßgeblich geprägt. Sein Organisationstalent und sein Weitblick halfen ihm, die Anliegen der Bürger, der Vereine und der Gemeinde umzusetzen. In diese Zeit fällt auch sein besonderes Engagement für die bäuerliche Bevölkerung.

So wurde 1965 die Kalb-Quelle durch die Gemeinde Hohenweiler angekauft. 1977 wurde in der Gemeinde Hohenweiler eine Kanalverordnung erlassen und im selben Jahr wurde mit dem Bau der Ortskanalisation begonnen. Im Jahr 1984 wurde die Ortskanalisation von Hohenweiler endgültig in die ARA-Leiblachtal in Hörbranz eingeleitet.

1965 begann der Neubau des Gemeindeamtes als Mehrzweckgebäude mit Büros, einem Sitzungszimmer und den erforderlichen Nebenräumen. Die Fertigstellung erfolgte 1967. In dem Bau befanden sich auch das Postamt, die Post- und Feuerwehrgarage, eine Bücherei, zwei Wohnungen sowie Archivräume.

Der Umbau der Volksschule begann 1971, die Fertigstellung erfolgte 1975. Im selben Jahr wurde dort auch ein Kindergarten eingerichtet. 1980 wurde intensiv mit dem Ausbau der Güterwege begonnen. Die Errichtung der Straßenbeleuchtung erfolgte im Jahr 1979/80 und wurde von 1989 bis 1995 auf alle Ortsteile ausgeweitet. 1981 wurde das Bader Haus Nr. 17 und dessen Fläche für den neuen Friedhof angekauft. Die Leichenkapelle und der Friedhof wurden 1984 eingeweiht.

Johann Kaspar Rauch wurde am 9. Juni 1930 in Hohenweiler im Koo geboren. Seine Eltern betrieben eine kleine Bauernschaft. Mit 17 Jahren besuchte er die Landwirtschaftsschule Mehrerau. Nach erfolgreichem Abschluss vermittelte ihm der Schuldirektor Arbeitsstellen als Knecht bei Großbauern in der Schweiz. So konnte er seine Familie finanziell unterstützen. Ein Pater verhalf ihm schließlich zu einer Stelle im Kloster Gwiggen.

Am 3. Mai 1958 heiratete Johann Kaspar Rauch seine Ferdinanda, mit der er sein erstes Zuhause im Kloster Gwiggen fand. Sie schenkte ihm fünf Kinder. In den kommenden Jahren wurde ein Haus im Oberdorf in Hohenweiler gebaut, das im Herbst 1968 bezogen werden konnte.

1955 hatte Johann Kaspar Rauch die Aufgabe als Verwalter im Kloster Gwiggen angenommen. Über drei Jahrzehnte leitete er überwiegend mit der Äbtissin Agnes die Belange des Klosters. Auch nach seiner Pensionierung 1986 blieb er für das Kloster Gwiggen eine wichtige Ansprechperson. Als Obmann des Seniorenbundes konnte er nunmehr Reisen unternehmen und die Geselligkeit pflegen. Die Bienenzucht wurde sein Hobby, das er bis ins hohe Alter pflegte. Eine besondere Freude bescherten ihm seine acht Enkelkinder. EE