Gerichtsmedizinisches Gutachten über Janine G. ging komplexen Dienstweg

Vorarlberg / 04.05.2022 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Fall Janine G. wird die Justiz noch eine Weile beschäftigen. Jetzt wurde der Obduktionsbericht verschickt. HB
Der Fall Janine G. wird die Justiz noch eine Weile beschäftigen. Jetzt wurde der Obduktionsbericht verschickt. HB

Haftrichter behielt Obduktionsbericht lange bei sich. Jetzt wurde er verschickt.

FELDKIRCH Die Beteiligten im Justizfall Janine G. haben lange auf den in der Innsbrucker Gerichtsmedizin erstellten Obduktionsbericht über die in Lustenau ums Leben gekommene Dornbirnerin warten müssen.

Heute sollte dieser mehr als zwei Monate nach der Tat endlich bei den Anwälten eintreffen. Obwohl das gerichtsmedizinische Gutachten laut Aussage von Gerichtsmediziner Walter Rabl schon am 20. April fertig war und tags darauf in der Feldkircher Staatsanwaltschaft eintraf, wollte das eminent wichtige Dokument seine Letztadressaten bisher einfach nicht erreichen, die Vorarlberger Nachrichten berichteten.

Nicht üblich

„Ich habe mich schon gewundert, warum das so lange dauert. Üblich ist das nicht“, sagte auch German Bertsch, Anwalt des Hauptbeschuldigten, gegenüber VN.at. Er wolle der Staatsanwaltschaft deswegen jedoch keinen Vorwurf machen. Nachgefragt habe er dennoch wiederholt. Auch Sanjay Doshi, Rechtsvertreter des Zweitbeschuldigten, sowie Opferanwalt Stefan Denifl konnten sich nicht erklären, warum sie so lange auf den Obduktionsbericht warten mussten.

Enthaftungsantrag

Heinz Rusch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch, liefert für die lange Wartezeit eine Begründung: „Der Bericht traf am 21. April bei uns ein, wir haben ihn dann sofort zum Haft- und Rechtsschutzrichter geschickt. Von diesem gelangte er an diesem Mittwoch zurück zu uns. Wir haben nun sogleich die Verfügung zur Weiterleitung an alle Beteiligten erstellt“, gab Rusch gegenüber VN.at bekannt. Warum das Gutachten so lange beim Haft- und Rechtsschutzrichter lag? „Weil es einen Enthaftungsantrag gab“, begründet Rusch.

Der Enthaftungsantrag habe den Zweitbeschuldigten betroffen, berichtet Erstbeschuldigtenanwalt German Bertsch.

Bertsch ist froh, den Obduktionsbericht bald zu haben. Nicht nur für ihn, den erfahrenen Strafverteidiger, ist das Dokument ein unverzichtbarer Bestandteil für die Festlegung der Verteidigungsstrategie.

Der Strafverteidiger rechnet mit einer rechtskräftigen Anklageschrift nicht vor August und mit einem möglichen Prozessbeginn knapp vor Jahresende. VN-HK

„Ich habe mich schon gewundert, warum das so lange dauert. Üblich ist das nicht.“

Gerichtsmedizinisches Gutachten über Janine G. ging komplexen Dienstweg