Nach 13 Jahren verurteilt

Vorarlberg / 04.05.2022 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sieben Jahre Haftstrafe für zweifachen Tankstellenräuber.

Feldkirch Im Jahr 2009 wurde um zwei Uhr nachts in Nüziders die Shell-Tankstelle überfallen. Zwei Jahre später die BP in Bludenz. Die Beute: Zigaretten, Rubbellose und etwas über 2000 Euro Bargeld. Dass es derselbe Täter war, war klar. Doch wer dahintersteckte, war trotz intensivster Ermittlungen nicht herauszubekommen.

Über 100 Personen gerieten ins Visier der Fahnder, bei 19 wurden Mundhöhlenabstriche gemacht. Nichts. „Ein Cold Case“, sagte Staatsanwalt Heinz Rusch. Erst im Oktober 2021 fiel ein Internetbesteller auf. Der Bludenzer orderte im Darknet ein Kilo Amphetamine und hatte drei Kilo davon vorrätig, um damit zu handeln. Der Süchtige flog auf, DNA-Spuren wurden abgeglichen und zur Überraschung der Ermittler ergab sich eine Übereinstimmung mit dem Spurenmaterial von 2009 und 2011. „Ich bin jetzt seit über 25 Jahren Staatsanwalt, aber ich kann mich, was die Spuren betrifft, nicht an ein derart aufwendiges Raubverfahren erinnern“, sagt der Ankläger bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch.

Einfühlsamer Räuber

Bei dem zweiten Überfall auf die BP-Tankstelle hatte der Räuber, der bei beiden Taten mit einer funktionsunfähigen CO2-Pistole bewaffnet war, eine Angestellte in den Müllraum eingesperrt. Doch auf der Flucht bekam er ein schlechtes Gewissen und rief die Polizei an. Er meldete, dass er in der Tankstelle Schreie gehört habe, woraufhin die Beamten zum Tatort fuhren. Die Frau hatte sich mittlerweile selbst von den Kabelbindern befreien können. Auf bewaffneten Raub stehen bis zu 15 Jahre Haft. Motiv dürften die Drogensucht und aufwendiger Lebensstil gewesen sein. Der Senat findet sieben Jahre unbedingte Haft für angemessen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC