Warum es den Bienen heuer endlich besser geht

Vorarlberg / 04.05.2022 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Bienen sind heuer fleißig am Arbeiten. Das Wetter macht's möglich. Im Vorjahr war das ganz und gar nicht der Fall. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Die Bienen sind heuer fleißig am Arbeiten. Das Wetter macht's möglich. Im Vorjahr war das ganz und gar nicht der Fall. VN/Paulitsch

Sie fliegen, bestäuben und sammeln fleißig Nektar. Der Menschen liebste Insekten genießen den Frühling.

Schwarzach Nass, kalt und ungemütlich war es vergangenes Jahr in der wichtigsten Zeit für Bienen, der Blühphase. Folge: Sie konnten ihre Arbeit nicht tun, sammelten keinen Nektar, von einem nennenswerten Honigertrag konnte man nicht sprechen.

“Dieses Jahr ist die Entwicklung bisher erfreulich. Die Bienen haben den Winter gut überstanden und kamen bisher auf ihre Kosten”, berichtet Gerhard Mohr (56), Präsident des Vorarlberger Imkerverbandes. Die richtige Mischung zwischen Feuchtigkeit und Sonne ließ die kleinen Hautflügler emsig ausschwärmen und ihre für den Menschen und sich selbst segensreiche Arbeit tun. “Sie konnten bestäuben und Nahrungsvorräte anlegen”, bringt Mohr die positiven Fakten auf den Punkt.

Dieses Jahr ist die Entwicklung bei den Bienen bisher erfreulich. Das war im Vorjahr ganz und gar nicht so.”

Gerhard Mohr, Präsident Vorarlberger Imkerverband

Kaum Ertrag im Vorjahr

Allzu viel sollte nicht mehr schiefgehen. Die Blüte neigt sich langsam dem Ende zu, vieles ist für die Honigproduzenten schon geschafft. “Bald gibt es für die Bienen eine Pause. Ab Juni sollten sich ihre Aktivitäten dann auf die Wälder konzentrieren, wo sie Nahrung auf Blättern und Nadeln finden”, klärt der Experte über die kommende Schaffensperiode der summenden Insekten auf.

Von solchen Entwicklungen konnten die meisten der 1400 Imker im Land voriges Jahr nur träumen. Damals gab es nur für einige wenige zumeist in höheren Lagen etwas Honig. “Der Ertrag lag insgesamt bei vielleicht 30.000 Kilogramm. Gewöhnlich ist es ein Vielfaches”, sagt Mohr.

Ambitioniertes Arbeitsprogramm

Einigen Imker war das letzte Jahr zu viel. Sie haben ihre Tätigkeit eingestellt. Nachwuchssorgen kennt die Branche dennoch nicht. “Immer noch verzeichnen wir jährlich zwischen 80 bis 100 Neulinge, die sich für die Imkerei interessieren. Einziges Problem dabei: Die Zahl der Völker ist nicht größer geworden. Derzeit sind es in Vorarlberg ca. 11.000.”

Für die Zukunft hat sich der Verband einiges vorgenommen. “Wir wollen unter anderem das Schulungsprogramm erweitern und uns vermehrt auf die Züchtung von Bienenarten verlegen, die eine Varroa-Toleranz aufweisen”, beschreibt Gerhard Mohr die geplanten Aktivitäten im Verband. Dazu zählt auch eine Lindenpflanzaktion. Linden sind vom Nahrungsangebot her für die Bienen ein wahres Paradies.

Netzwerk pflegen

Derzeit wird in durchschnittlich guten Bienenjahren ein Viertel des Honigbedarfs der Vorarlberger im Land erzeugt. Jeder Vorarlberger konsumiert im Jahr durchschnittlich ein Kilogramm Honig.

Um den Bienen eine gute Zukunft zu gewährleisten, arbeitet der Imkereiverband an der Vertiefung seines Netzwerks. Besonders wichtige Partner sind die Gemeinden, aber auch Organisationen wie “Blühendes Vorarlberg”.