Der Muttertag und die Waffen

Vorarlberg / 06.05.2022 • 16:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Muttertag und die Waffen

Derzeit steigen weltweit an den Börsen die Aktien der Waffenproduzenten und ihrer Konzerne. Wem macht das wohl (wirklich) Freude? Ich überlasse die Antwort eurer eigenen Fantasie. Waffen werden einerseits offensichtlich zur Verteidigung gebraucht, aber noch mehr, um zu töten, zu zerstören, um das Leben anderer auf allen möglichen Gebieten nicht nur zu schädigen, sondern unmöglich zu machen. Und auf diesem Hintergrund feiern wir morgen, am Sonntag, den Muttertag. Für manche ein Tag einerseits mit vielen Emotionen (einmal im Jahr?), andrerseits für manche ein Tag voller lästiger Verpflichtung oder trüber Erinnerungen (die heute noch weh tun und niemals aufgearbeitet wurden) – so, wie das Leben eben seine verschiedenen positiven und negativen Erscheinungsformen bietet.

Die Waffen der Frauen und Mütter

Da habe ich mich im Internet schlau gemacht. Unter dem Begriff „Waffen der Frau“ wird folgendes geschrieben: gewaltfreie, dem weiblichen Geschlecht zugeordnete Methoden bzw. Eigenschaften, insbesondere rhetorisches Geschick, Charme, sinnliche Reize und wenn notwendig Verführungskunst. Mir fällt (gerade in Zeiten wie diesen) zunächst einmal die gewaltfreie Eigenschaft ins Auge. Zugegeben, Gewalt haben auch unter uns schon viele in Familien und Partnerschaften erlebt (bedauerlicherweise als scheinbar gängige Lösung für anstehende Konflikte, vor allem dort, wo es kein Zuhören und vor allem keine Zeit mehr für ein offenes und wirklich ehrliches Gespräch gibt). Und doch sind es hier vor allem immer noch die Frauen und Mütter (ohne jetzt grundsätzlich das Verdienst der Männer von vorneherein schmälern zu wollen), die genau dieses Zuhören als Lösungsansatz für viele Sorgen und Probleme nahezu in sich selbst vereinigt haben. Herzlichen Dank dafür! Daraus entwickelt sich das rhetorische Geschick! Wer gelernt hat, zuzuhören, ist auch meistens fähig, seine Antworten so zu geben, dass es verständlich aufgenommen werden kann. Das gelingt deshalb nicht immer, weil in jedem Zuhören und Antworten die Gefahr besteht, vor allem zunächst auf negativ empfundene, eben gehörte, Reizworte zu reagieren. Und daraus entwickeln sich oft unnötige Streitereien, und da hilft dann dieses rhetorische Geschick eben auch nicht mehr! Dank allen, die fähig sind, in ihrer Rhetorik auf Reizworte, die den/die anderen auf die Palme bringen, möglichst zu verzichten!

Und helfen Zuhören und Rhetorik nicht weiter, so können immer noch die anderen Waffen eingesetzt werden: Charme, sinnliche Reize. Das haben Frauen und Mütter oft den hagestolzen Männern durchaus voraus, die meinen, mit Muskelspiel und Waschbrettbauchbody sei es schon getan.

Der Charme einer Frau und einer Mutter bewirkt sehr viel – und sei es nur ein wirkliches, echtes Lächeln, eine zärtliche Umarmung, ein Spürenlassen: Du bist mir echt viel wert, ich mag dich, ich brauche dich, ich stehe zu dir! Gerade Mütter sind in dieser Rolle unverzichtbar, da sie (auch in Zeiten wie diesen), eine Welt, die so von Gewalt geprägt ist, ein Stück lebenswerter und menschenfreundlicher erscheinen lassen! Und dafür sage ich heute allen Frauen und Müttern: Herzlichen Dank! Gott segne euch!

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