Gesundheitsminister Rauch legt sich mit Ärztekammer an

Vorarlberg / 06.05.2022 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) sieht „ein Problem mit der jetzigen Praxis des Wahlärztesystems“. Man müsse darüber reden, ob man Medizin-Absolventen nicht dazu verpflichten könne, für eine bestimmte Zeit als Kassenarzt zu arbeiten – etwa ein, zwei Tage in der Woche, sagte der Minister in der „Tiroler Tageszeitung“. „Das wird ein Konflikt mit der Ärztekammer – und den bin ich bereit zu führen“, sagt er. Die Ärztekammer lehnt das entschieden ab.

Rauch kritisiert, dass „der größte Teil der ausgebildeten Ärzteschaft sofort in eine Wahlarztpraxis geht und niemand mehr bereit ist, einen Kassenvertrag im niedergelassenen Bereich anzunehmen“. Dass es in Tirol noch kein Primärversorgungszentrum gibt, liegt für Rauch ebenfalls an der Ärztekammer. Er verstehe nicht, warum sich diese gegen neue Modelle wehrt.

Die Ärztekammer lehnt diese Überlegungen entschieden ab und spricht von „Zwangsarbeit“. Präsident Thomas Szekeres verwies auf die „übermenschlichen“ Leistungen der Ärzte während der Pandemie und hätte sich dafür Anerkennung erwartet. Dadurch sei der drohende Ärztemangel nicht abzuwenden, stattdessen müsse man die Tätigkeit des Kassenarztes attraktivieren.