Hilfe, die bei den Menschen ankommt

Vorarlberg / 06.05.2022 • 18:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

1,7 Millionen Euro Spenden machen gezielte Unterstützung möglich.

schwarzach Die Ohnmacht über den Krieg in der Ukraine ist in Vorarlberg sehr schnell dem alemannisch üblichen Tatendrang gewichen. Die Aktion „Vorarlberg hilft“ wurde reaktiviert – mit einer sensationellen Schubkraft: Über 1.737.495 Euro an Spenden ermöglichen die Unterstützung geflüchteter Menschen in der Ukraine und in Moldau sowie hier in Vorarlberg. Bereits 1506 Geflüchtete (Stand 6. Mai 2022) sind hier registriert.

Auch zwei Monate nach Kriegsausbruch ist kein Ende der Kämpfe und der humanitären Notlage in Sicht. Über 5 Millionen Menschen sind ins Ausland geflüchtet, 7,7 Millionen vorläufig im eigenen Land. „Umso wichtiger ist es, dass die in der Heimat ausharrenden Menschen ebenso wie die ins Ausland geflüchteten Menschen unterstützt werden“, so der Leiter der Caritas Auslandshilfe, Martin Hagleitner-Huber. 

Hunderttausende Menschen sind in die Westukraine geflüchtet, viele davon in die Stadt Lwiw. „Dort wird ein Projekt zur mobilen medizinischen Betreuung unterstützt“, erklärt Laura Maria Scherer, die für die Caritas Auslandshilfe tätig ist und die Ukraine von früheren beruflichen Hilfseinsätzen gut kennt. „Viele Krankenhäuser können keine Behandlung mehr gewährleisten. Über unseren Partner, das Sheptytsky Spital der griechisch-katholischen Kirche in Lwiw, wird mobile medizinische Betreuung in Flüchtlingsunterkünften angeboten und die medizinische Versorgung von isoliert lebenden, chronisch kranken und wenig mobilen älteren Menschen gewährleistet.“ 250 Patientinnen und Patienten können so pro Woche durch das Team von Ärzten, Krankenpflege, Sozialarbeit und Psychologen behandelt werden.

Die Nenzingerin berichtet beispielsweise von der Pensionistin Maryna, die in ihrer Flüchtlingsunterkunft medizinisch behandelt wird: „Sie musste bereits 2014 flüchten. Die erneute Flucht zehrt an ihren Kräften und verschlimmert ihre gesundheitliche Situation. Sie hat permanent Schmerzen. In den Kriegswirren hatte niemand Zeit, um sich ihre Symptome anzuschauen – jetzt wird sie untersucht und entsprechend behandelt.“

Unterstützung für die Jüngsten

Durch Spenden aus Vorarlberg wird zudem das ukrainische Hauskrankenpflegenetzwerk der Caritas unterstützt, das auch Palliativpflege für ältere, isoliert lebende und chronisch kranke Menschen anbietet. In den Flüchtlingsunterkünften wurden auch sogenannte „Child Friendly Spaces“ – kinderfreundliche Räume – eingerichtet, in denen Kinder betreut werden und ein Stück weit unbeschwert Kind sein können.

In Moldau kann durch „Vorarlberg hilft“ die Grundversorgung der Menschen in acht Flüchtlingszentren in Chisinau und drei weiteren Bezirken mit insgesamt 2000 geflüchteten Menschen unterstützt werden. Zudem wird ein Projekt der lokalen Partnerorganisation mitfinanziert, das sich auf die Versorgung von Waisenkindern sowie Kinderschutz spezialisiert hat. Laura Maria Scherer berichtet beispielhaft von den Schwestern Ana und Anastasia, die gemeinsam mit ihren Kindern und ihrer Mutter in der provisorischen Unterkunft leben: „Sie sind Mitte März geflüchtet, nachdem zunehmend Städte und Dörfer in ihrer Nachbarschaft beschossen wurden, weil sie keinen sicheren Ort in der Ukraine gesehen haben. Die Kinder haben nicht verstanden, warum sie ihr Zuhause aufgeben müssen. Natürlich hofft die Familie, eines Tages wieder komplett und in Sicherheit zu sein. Was den beiden Müttern sehr wichtig ist, ist der Dank an alle Menschen, die ihnen geholfen haben.“

Im Land kann durch „Vorarlberg hilft“ ebenfalls viel bewegt werden. So haben zum Beispiel geflüchtete Kinder aus der Ukraine die Möglichkeit, die Caritas Lerncafés als Ergänzung zum Schulunterricht zu besuchen.

„Was den beiden Müttern sehr wichtig ist, ist der Dank an alle Menschen, die ihnen geholfen haben.“

Caritas: Raiba Feldkirch, IBAN AT323742200000040006, Ukraine-Nothilfe; Rotes Kreuz: Raiba Feldkirch, IBAN AT84374220000014 3248 „Vorarlberg hilft“