Warther Skischulhaus bleibt in Warteschleife

Vorarlberg / 06.05.2022 • 16:14 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das gegenüber dem Warther Skischulhaus (rechts) auf der anderen Straßenseite geplante Teamhotel mit zusätzlicher Infrastruktur wurde erneut zurückgestellt.
Das gegenüber dem Warther Skischulhaus (rechts) auf der anderen Straßenseite geplante Teamhotel mit zusätzlicher Infrastruktur wurde erneut zurückgestellt.

Corona hat das Großprojekt, für das ein Baubescheid vorliegt, weiter verzögert.

Warth „Nach reiflichen Überlegungen haben wir um eine Verlängerung der rechtskräftigen Baubewilligung angesucht und diese auch bekommen, weil wir die weitere Entwicklung der Coronasituation abwarten wollen, ehe wir unser Projekt umsetzen. Es gibt im Moment einfach zu viele Unsicherheiten“, begründet Skischulleiter Mathias Fritz den neuerlichen Aufschub eines großen Vorhabens, das die touristische Infrastruktur von Warth weiter verbessern soll.

„In der Hochsaison sind bis zu 70 Skilehrerinnen und -lehrer in unserer Ski- und Snowboard-Schule beschäftigt und viele von ihnen kommen aus aller Welt, benötigen also eine entsprechende Unterkunft, denn sie sollen sich bei uns ja auch wohlfühlen“, so der Chef eines internationalen Teams, in dem es neben langjährigen Stammkräften aus der Region auch immer wieder interessante Gäste gibt. Ihnen soll mit dem geplanten Haus eine „familiäre Heimstätte“ zur Verfügung stehen.

Im Detail noch zu planen

„Wir sind noch in Gesprächen, was in diesem Projekt neben den etwa 40 Betten für unsere Teammitglieder an Infrastruktur noch integriert werden soll. Überlegt wird etwa ein gastronomisches Angebot und/oder ein Ski- bzw. Schuhverleih/Sportgeschäft, aber das sind nur zwei von mehreren Optionen – es soll auf alle Fälle ein Haus werden, das unserem Team und unseren Gästen gleichermaßen zugutekommt und auch einen geselligen Treffpunkt bildet“, so Fritz, dem es wichtig ist, dass „unser bestehendes Haus bestmöglich ergänzt wird“. Als Standort wurde das Areal gegenüber dem Skischulgebäude, direkt neben Wannenkopf- und Steffisalpbahn fixiert.

Vorzeigeprojekt

Das 2010 eröffnete Mehrzweckhaus der Skischule hat damals für Aufsehen gesorgt und geht weit über ein herkömmliches Skischulbüro hinaus: Es wurde ein viel beachtetes Vorzeigeprojekt, das neben dem Büro u. a. auch ein Spieleland für die Kleinsten und Kletterwände für die Großen bietet. Den Skilehrern stehen nicht nur Aufenthaltsräume, sondern auch ein Depot für ihre Ausrüstung samt Umkleide- und Duschräumlichkeiten zur Verfügung.

Sicherheit wichtiges Thema

Mit dem neuen Haus denkt Fritz auch an die Sicherheit im Gelände, denn „diese ist uns seit vielen Jahren ein wichtiges Thema“. So werden Skilehrerinnen und Skilehrer permanent in Erster Hilfe und für Rettungseinsätze bei Lawinenereignissen aus- und weitergebildet und auch Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer entsprechend informiert und geschult. „Entsprechende Ausrüstung und theoretisches Wissen ist für Skilauf im freien Gelände oder auf einer Tour obligatorisch, so etwas wie unser Markenzeichen“, betont der Skischulleiter und will in dieser Hinsicht „konsequent am Ball bleiben“, um Kursteilnehmern auch Grundkenntnisse über Lawinenkunde sowie Such- und Rettungsmaßnahmen zu vermitteln. Er denkt deshalb auch an die Möglichkeit von entsprechenden Schulungsräumen samt Lehrbehelfen im neuen Haus.

Für den Ernstfall gerüstet

Dass die Ausbildung und Schulung von Skilehrerinnen und Skilehrern im Ernstfall lebensrettend sein kann, hat sich in der vergangenen Saison eindrucksvoll bestätigt, wie Mathias Fritz stolz erzählt.

„Wir hatten Anfang Februar eine kritische Lawinensituation und dabei sind innerhalb von einer halben Stunde zwei Schneebretter abgegangen, bei denen jeweils ein Skifahrer verschüttet wurde. In einem Fall war die sofort eingeleitete Kameradenbergung erfolgreich und der Verschüttete konnte schnell und unversehrt geborgen werden“, erinnert sich der Skischulleiter.

„Das andere Schneebrett hat einen Skifahrer komplett verschüttet und unser holländische Skilehrer Bas Pjipers übergab seine Skischulgruppe einem Kollegen und nahm sofort die Suche nach dem Verschütteten auf. Zum Glück für den Verunglückten hatte Bas die Notfallausrüstung dabei und bekam auch gleich ein Signal auf seinen Pieps. Nach der Ortung wurde er nach wenigen Stichen mit der Sonde fündig, konnte den Verunglückten orten und die beiden schaufelten ihn aus, sodass er relativ glimpflich davonkam, wegen Unterkühlung und zur Beobachtung aber ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dank der schnellen Bergung war er bald wieder wohlauf.“

Dieser Zwischenfall habe gezeigt, dass die Ausbildung und Ausrüstung der Skilehrer sinnvoll ist und im Ernstfall lebensrettend sein kann. „Der glücklich verlaufene Rettungseinsatz hat bestätigt, dass wir hinsichtlich Sicherheit auf dem richtigen Weg sind“, so Fritz. STP

<p class="caption">Skischulleiter Mathias Fritz (r.) und sein Stellvertreter Hubert Strolz sind stolz auf ihren holländischen Skilehrer Bas Pjipers.<span class="copyright">STP/3</span></p><p class="caption"/>

Skischulleiter Mathias Fritz (r.) und sein Stellvertreter Hubert Strolz sind stolz auf ihren holländischen Skilehrer Bas Pjipers.STP/3

<p class="caption">Sicherheit geht vor, der Notfallrucksack im freien Gelände ist obligatorisch.</p><p class="caption"/>

Sicherheit geht vor, der Notfallrucksack im freien Gelände ist obligatorisch.