Warum sechs Schüler der MS Klaus eine besondere Qualität verleihen

Vorarlberg / 06.05.2022 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Michael ist glücklich an seiner neuen Schule. Er lernt gerne und hat sich an seine neue Umgebung schon längst gewöhnt. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Michael ist glücklich an seiner neuen Schule. Er lernt gerne und hat sich an seine neue Umgebung schon längst gewöhnt. VN/Steurer

Die Zöglinge des ehemaligen Lern-und Sprachraums Rankweil haben eine neue Heimat gefunden und sind dort glücklich.

Klaus Michael, 13, ist glücklich. Vor einem Jahr noch war er traurig. Traurig darüber, dass er mit 27 anderen Kindern den Lern- und Sprachraum in Rankweil würde verlassen müssen. Doch seine Mama Sabine Müller begann mit anderen Müttern dafür zu kämpfen, dass es für die sich im gesetzlichen Graubereich befindliche Einrichtung ein Nachfolgeprojekt gibt.

Sie haben diesen Kampf erfolgreich geführt. Jetzt befindet sich Michael an der Mittelschule Klaus. “Es gefällt mir gut hier, das Lernen und alles andere. Vor allem Turnen mag ich gerne”, sagt er heute.

Auch die zwölfjährige Emily findet ihren neuen Arbeitsplatz an der Mittelschule Klaus toll. “Ich habe hier neue Freunde kennengelernt. Es gibt auch eine angenehme Couch in unserem Klassenzimmer, wo man gut chillen kann.” Emily will einmal Wissenschaftlerin werden. Sie räumt ein: “Ich hatte etwas Angst, bevor ich hierhergekommen bin. Aber jetzt ist alles gut.”

Barbara Schöbi-Fink im Gespräch mit der zwölfjährigen Emily. Das Mädchen möchte einmal Wissenschaftlerin werden.
Barbara Schöbi-Fink im Gespräch mit der zwölfjährigen Emily. Das Mädchen möchte einmal Wissenschaftlerin werden.

Briefe und Zeichnungen

Der Besuch durch Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (61) kommt bei den Kindern mit dem sozialpädagogischen Sonderbedarf gut an. Vor allem weil Schöbi-Fink all die Briefe und Zeichnungen mitgebracht hat, die ihr die Kinder vor einem Jahr im Landhaus überreichten. “Ich habe ihnen gesagt, dass ich sie mitbringe, wenn ich sie besuchen komme.” Zufrieden durfte die Schullandesrätin nun feststellen, dass es zumindest diesen sechs Kindern an ihrem neuen Standort gutgeht.

Die Kolleginnen und Kollegen standen der Aufnahme der Schüler positiv gegenüber. Das war sehr wichtig.”

Expertin führt die Klasse

Das Glück der seit Anfang Schuljahr in Klaus stationierten ehemaligen Sprach- und Lernraumschützlinge fußt auf mehreren Säulen. Da ist zum einen die Mittelschule Klaus mit all ihren PädagogInnen. “Die Kolleginnen und Kollegen standen der Aufnahme dieser Schüler positiv gegenüber”, darf Direktor Dieter Losert vermelden. Ebenso wichtig: Für die Klasse mit dem besonderen Förderbedarf wurde eine ausgewiesene Expertin als Lehrerin gefunden. Es ist die 30-jährige Lauteracherin Julia Lang, die bereits in der Schweiz einschlägige Erfahrungen mit ähnlichen pädagogischen Herausforderungen sammeln durfte. Ihr bisheriges Fazit: “Ich bin sehr zufrieden. Die Kinder sind vielseitig interessiert, sind mit Freude bei der Sache und sehr wohlwollend in ihrem Auftreten.”

Julia Lang, Spezialistin für Kinder mit pädagogischem Sonderbedarf, hat mit ihren Schützlingen bisher nur positive Erfahrungen gemacht.
Julia Lang, Spezialistin für Kinder mit pädagogischem Sonderbedarf, hat mit ihren Schützlingen bisher nur positive Erfahrungen gemacht.

Auch die Eltern sind zufrieden

Eine positive erste Bilanz ziehen auch die Eltern der Kinder. Sabine Müller, stellvertretend für die anderen Eltern: “Wir sind echt glücklich, wie die Dinge hier laufen. Die Mittelschule Klaus ist ein idealer neuer Standort, die beste Lösung, die wir finden konnten.” Der Sprach- und Lernraum Rankweil orientierte sich in seiner pädagogischen Ausrichtung am Leitbild von Russ-Preis-Trägerin Maria Summer, das da lautet: Jedes Kind ist eine unverwechselbare Kostbarkeit und verdient die beste Förderung seiner individuellen Schätze.

Von den ehemaligen Schülern des Lern-und Sprachraums Rankweil sind zwei Schüler an der MS Altach, ein Schüler im SPZ Rankweil, ein ehemaliger Schüler hat eine Lehre begonnen.