Gericht: BMW landete nach Alkofahrt auf Baumstumpf

Vorarlberg / 07.05.2022 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: BMW landete nach Alkofahrt auf Baumstumpf
Der Angeklagte wurde zu drei Monaten Haft auf Bewährung und 960 Euro unbedingter Geldstrafe verurteilt. Eckert

Zwei Schwerverletzte, Totalschaden und Vorstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Feldkirch Es war am 20. Februar dieses Jahres. Vier Junge Leute trafen sich bei einer Bekannten und tranken gemeinsam Bier. Unter ihnen ein 24-jähriger Arbeitsloser, der sich gegen 22 Uhr an das Steuer seines BMW setzte. 17.000 Euro Schulden hatte er wegen dieses Fahrzeugs noch . Dass er es in jener Nacht zu Schrott fahren würde, ahnte wohl keiner der vier Insassen.

Die Stimmung war gut, ein Kollege suchte auf seinem Handy nach passender Musik, alle waren ausgelassen und lustig. Die Fahrt ging auf der Gampelüner Straße von Nenzing-Latz in Fahrtrichtung Nenzing.

Flott unterwegs

„Auf der Geraden gab er richtig Gas“, erinnert sich ein 20-Jähriger, der nicht verletzt wurde, später als Zeuge bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Der junge Fahrer kannte die Strecke nicht. Auf der Geraden darf man auf der Freilandstraße 100 fahren, doch dann kommt ein dunkles Waldstück und, wie der Lenker überrascht feststellte, eine Kurve. „Als ich die Kurve mit meinem Abblendlicht sah, war mir klar, dass ich die nicht kriegen würde“, erinnert sich der Angeklagte an die Schrecksekunde.

Der Wagen schlitterte über die Fahrbahn, prallte gegen ein Verkehrsschild und landete danach auf einem Baumstumpf. Ein mitfahrendes Mädchen, eine 18-jährige Handwerkerin, brach sich den Oberarm. Sie musste noch in der Nacht notoperiert werden, war eine Woche im Spital und ist jetzt den dritten Monat im Krankenstand.

Horrorszenen

Der Lenker erinnert sich, wie sein Beifahrer schrie und bat, er möge ihm aus dem Fahrzeug helfen. „Aber ich schaffte das nicht, es war schlimm und ich hatte lange Albträume davon“, erzählt der Beschuldigte, wie er völlig überfordert und geschockt war. Der Beifahrer hatte sich einen Daumen und den Lendenwirbel gebrochen. Ursachen für den Unfall waren die Alkoholisierung von 0,56 Promille, überhöhte Geschwindigkeit trotz Dunkelheit und die Ablenkung durch die Mitfahrer. Grob fahrlässige Körperverletzung, sagt das Gericht. Die Strafe: Drei Monate Haft auf Bewährung und 960 Euro unbedingte Geldstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der junge Mann scheint erleichtert, er ist froh, dass ihm und seinen Freunden nicht noch mehr passiert ist.