“Vorarlberg hilft”: So wirkt Ihre Spende

Vorarlberg / 07.05.2022 • 10:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Schwestern Ana und Anastasia leben gemeinsam mit ihren Kindern und ihrer Mutter in der provisorischen Unterkunft.
Die Schwestern Ana und Anastasia leben gemeinsam mit ihren Kindern und ihrer Mutter in der provisorischen Unterkunft.

Über 1,7 Millionen Euro an Spenden ermöglichen die Unterstützung geflüchteter Menschen in Ukraine und Moldau sowie hier in Vorarlberg.

Schwarzach Die Ohnmacht angesichts des Kriegs in der Ukraine ist in Vorarlberg sehr schnell dem alemannischen Tatendrang gewichen. Die Aktion „Vorarlberg hilft“ wurde reaktiviert, mit einer sensationellen Schubkraft: Über 1.737.495 Euro an Spenden ermöglichen die Unterstützung geflüchteter Menschen in Ukraine und Moldau sowie hier in Vorarlberg. Bereits 1506 Geflüchtete (Stand 6. Mai 2022) sind in Vorarlberg registriert.

Über fünf Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind ins Ausland geflüchtet.
Über fünf Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind ins Ausland geflüchtet.

Auch zwei Monate nach Kriegsausbruch ist kein Ende der Kämpfe und der humanitären Notlage in Sicht. Über fünf Millionen Menschen sind ins Ausland geflüchtet, 7,7 Millionen vorläufig im eigenen Land auf der Flucht. „Umso wichtiger ist es, dass die in der Heimat ausharrenden Menschen ebenso wie die ins Ausland geflüchteten Menschen unterstützt werden“, so der Leiter der Caritas Auslandshilfe, Martin Hagleitner-Huber. „Dank der großen Solidarität der Vorarlberger Spenderinnen und Spender durch die Initiative “Vorarlberg hilft” kann die Caritas in der Ukraine selbst, aber auch in Moldawien Hilfe leisten. Mit dem internationalen Netzwerk erreicht unsere Hilfe Zehntausende Menschen.“

"Vorarlberg hilft": So wirkt Ihre Spende

Hilfe in der Westukraine

Hunderttausende Menschen sind in die Westukraine geflüchtet, viele davon in die Stadt Lwiw. „Dort wird ein Projekt zur mobilen medizinischen Betreuung unterstützt“, erklärt Laura Maria Scherer, die für die Caritas Auslandshilfe tätig ist, und die Ukraine von früheren beruflichen Hilfseinsätzen gut kennt.

Laura Maria Scherer stammt aus Nenzing und kennt die Ukraine von Hilfseinsätzen.<span class="copyright"> Caritas</span>
Laura Maria Scherer stammt aus Nenzing und kennt die Ukraine von Hilfseinsätzen. Caritas

„Viele Krankenhäuser können keine Behandlung mehr gewährleisten. Über unseren Partner, das Sheptytsky Spital der griechisch-katholischen Kirche in Lwiw, wird mobile medizinische Betreuung in Sammelzentren und Flüchtlingsunterkünften angeboten und die medizinische Versorgung von isoliert lebenden, chronisch kranken und wenig mobilen älteren Menschen gewährleistet.“ 250 Patientinnen und Patienten können so pro Woche durch das Team an Ärzten, Krankenpflege, Sozialarbeit und Psychologen behandelt werden.

Die Nenzingerin berichtet beispielsweise von der Pensionistin Maryna, die in ihrer Flüchtlingsunterkunft medizinisch behandelt wird: „Sie musste bereits 2014 flüchten. Die erneute Flucht zehrt an ihren Kräften und verschlimmert ihre gesundheitliche Situation. Sie hat permanent Schmerzen. In den Kriegswirren hatte niemand Zeit, sich ihre Symptome anzuschauen; jetzt wird sie untersucht und entsprechend behandelt.“

<p class="caption">Laura Scherer (r.) bei ihrem letzten Besuch in der Ostukraine im Oktober 2021.</p>

Laura Scherer (r.) bei ihrem letzten Besuch in der Ostukraine im Oktober 2021.

Durch Spenden aus Vorarlberg wird zudem das ukrainische Hauskrankenpflegenetzwerk der Caritas unterstützt, das auch Palliativpflege für ältere, isoliert lebende und chronisch kranke Menschen anbietet. „Darüber hinaus werden über Partnerorganisationen im ganzen Land binnenvertriebene Menschen unterstützt, die aus ihren Dörfern und Städten flüchten müssen, etwa indem sie auf der Durchreise und in den Flüchtlingszentren mit Lebensmitteln, warmen Mahlzeiten, Trinkwasser, Decken und Unterkünften versorgt werden“, berichtet Laura Maria Scherer.

In den Flüchtlingsunterkünften wurden auch sogenannte „Child Friendly Spaces“, kinderfreundliche Räume, eingerichtet, in denen Kinder durch Sozialarbeiter und Psychologen betreut werden und ein Stück weit unbeschwert Kind sein können.

In den Flüchtlingsunterkünften wurden auch so genannte kinderfreundliche Räume eingerichtet.
In den Flüchtlingsunterkünften wurden auch so genannte kinderfreundliche Räume eingerichtet.

Hilfe in Moldau

In Moldau kann durch „Vorarlberg.hilft“ die Grundversorgung der Menschen in acht Flüchtlingszentren in Chisinau und drei weiteren Bezirken mit insgesamt 2000 geflüchteten Menschen unterstützt werden. Zudem wird ein Projekt der lokalen Partnerorganisation mitfinanziert, das sich auf die Versorgung von Waisenkindern sowie Kinderschutz spezialisiert hat.

Laura Maria Scherer berichtet beispielhaft von den Schwestern Ana und Anastasia, die gemeinsam mit ihren Kindern und ihrer Mutter in der provisorischen Unterkunft leben: „Sie sind Mitte März geflüchtet, nachdem zunehmend Städte und Dörfer in ihrer Nachbarschaft beschossen wurden, weil sie keinen sicheren Ort in der Ukraine gesehen haben. Die Kinder haben nicht verstanden, warum sie ihr Zuhause aufgeben müssen. Natürlich hofft die Familie, eines Tages wieder komplett und in Sicherheit zu sein. Was den beiden Müttern sehr wichtig ist, ist der Dank an alle Menschen, die ihnen geholfen haben.“

Hilfe auch beim Ankommen

Hier im Land kann durch „Vorarlberg hilft“ ebenfalls viel bewegt werden, so haben geflüchtete Kinder aus der Ukraine die Möglichkeit, die Caritas Lerncafés als Ergänzung zum Schulunterricht zu besuchen. Integrationspatienten sowie Angebote im WirkRaum erleichtern Familien ebenfalls das Ankommen in Vorarlberg.

„Der Krieg in Europa hat dramatisches Leid verursacht und wird das weiterhin tun. Geflüchtete Menschen in den Nachbarländern und jene, die in der Ukraine ausharren müssen, brauchen weiterhin dringend unsere Hilfe“, betont Martin Hagleitner-Huber.

“Vorarlberg hilft” Spendenkonten

Caritas: Raiffeisen Feldkirch

IBAN: AT32 3742 2000 0004 0006

„Ukraine-Nothilfe“

Rotes Kreuz: Raiffeisen Feldkirch

IBAN: AT84 3742 2000 0014 3248

“Vorarlberg hilft”