„Versuche, Menschen für Christus zu begeistern“

Vorarlberg / 09.05.2022 • 16:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Pfarrer Christian Stranz feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Priesterjubiläum.EH
Pfarrer Christian Stranz feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Priesterjubiläum.EH

Pfarrer Christian Stranz feiert sein 30-jähriges Priesterjubiläum.

Dornbirn „Jugendlich trunken meinte ich alles zu geben und dir, egal wohin, lässig zu folgen. Alt und ernüchtert möchte ich vor allem zugeben, egal wohin ich auch gestolpert bin, bist du mir unablässig nachgefolgt.“ Dieses Gedicht von Andreas Knapp, sagt Pfarrer Christian Stranz, könne in wenigen Worten seinen bisherigen Weg gut beschreiben. Damit gibt er einen Rückblick auf sein 30-jähriges priesterliches Wirken.

Seit seiner Kindheit, die er in Neusiedl am See verbrachte, war ihm eine Beziehung zu Gott wichtig, die durch gute Begleiter in seiner Entwicklung als Mensch mitwuchs. Das Gebet in der Familie, sein Dienst als Ministrant und „die Gewissheit, dass Gott immer da ist“, bildeten für ihn das Fundament, einmal den Priesterberuf ergreifen zu wollen. Dazu kam eine prägende Erfahrung als 17-Jähriger bei einem geistigen Einkehrwochenende. „Das war für mich ein einschneidendes Erlebnis, als ich bei einer Feier an jenem Abend Gott anvertraute, dass er mein Leben leiten solle. Das Hinhören auf ihn in der Schrift, die stille Anbetung, das Mitfeiern des Gottesdienstes haben in mir diese Beziehung vertieft sowie auch der Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare.“

Acht Jahre Argentinien

Am 9. Mai 1992 wurde Christian Stranz zum Priester geweiht. Noch im Weihejahr kam er über den Orden nach Argentinien. „Das ist lange her, aber ich erinnere mich gerne an dieses Land, an die Offenheit der Leute mit einer ganz anderen Kultur.“ Als er jeden Freitag half, die Kirche zu putzen und öfters im T-Shirt unterwegs war. Bleibende Erinnerungen sind für ihn die Taufen jeden Samstag, manchmal sogar mit 30 Kindern, volle Kirchen, wo laut mitgesungen und geklatscht wurde. „Doch hier zu sein ist wesentlich herausfordernder als die Zeit in Argentinien“, zieht der inzwischen 56-jährige Priester Bilanz. „Hier werden Kinder getauft, die von ihren Eltern und Paten kein Wort über Jesus hören und noch weniger in den Glauben und in das Gebet eingeführt werden. 90 Prozent der Getauften sehen keine Notwendigkeit, sich mit dem Wort Gottes zu stärken. Insofern ist es eine Frage, ob vieles von dem, was ich tue, mehr ist als eine Systemerhaltung.“

Herausforderung

Von jugendlicher Trunkenheit und dem Gedanken, Gott, egal wohin, lässig zu folgen, machte sich im Laufe der Jahre eine Ernüchterung breit. Seit 2004 ist er nun Pfarrer in Dornbirn, seit 2016 Teil der Ordensleitung der neuen Mitteleuropäischen Provinz, und im Herbst 2019 übernahm er zusätzlich die Funktion als Pfarrmoderator für den Seelsorgeraum Dornbirn.

Leerläufe sind ihm bei einem randvollen Terminkalender fremd. Hin und wieder kann er sich Luft holen beim Laufen oder Bergwandern in der Natur. „Die Herausforderung, den Glauben hier bei uns weiterzugeben und Menschen für eine Christusbeziehung zu gewinnen, ist für mich in meiner Wahrnehmung in den letzten Jahren noch größer geworden. Es ist schön, dass es durchaus immer noch Menschen gibt, die für die Wirklichkeit Gottes offen sind und sich aus ihrem Glauben heraus dann auch in kirchlichen und sozialen Projekten engagieren“, erzählt der Seelsorger über die erfreulichen Seiten seines Wirkens.

Jubiläumsfeier am 15. Mai

Bei einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Hatlerdorf am Sonntag, 15. Mai, sind alle, die mit Pfarrer Christian Stranz sein 30-jähriges Priesterjubiläum feiern wollen, zu einer Agape, die von der Hatler Musig begleitet wird, eingeladen. EH

Zur Person

Geboren 8. März 1966 in Eisenstadt

Aufgewachsen in Neusiedl

a. See

Ausbildung Theologie-Studi-

um in St. Gabriel (Missionshaus

in Mödling)

Wohnort Dornbirn