Wie die Ruhe vor dem Sturm

Vorarlberg / 10.05.2022 • 18:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Landessanitätsdirektor befürchtet für den Herbst eine weitere Infektionswelle.

SCHWARZACH „Wir haben ein Plateau erreicht“, sagt Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher mit Blick auf die Corona-Daten: Seit zwei, drei Wochen geht das Infektionsgeschehen kaum noch zurück. Nicht nur in Vorarlberg, sondern auch in allen übrigen Bundesländern in Österreich sowie in Teilen der Bodenseeregion. Wobei es ein Problem gibt: Es wird immer weniger und vor allem unterschiedlich stark getestet. Da und dort könnte es daher eine größere Dunkelziffer geben.

Für dem Moment scheint das freilich nicht so schlimm zu sein. In Vorarlberg lag die Zahl bestätigter Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gestern bei 297. „Zu Beginn der Pandemie wäre das Grund für einen Lockdown gewesen“, so Grabher im Gespräch mit den VN. Heute ist das anders. Es gibt nur sehr wenige schwere Erkrankungsverläufe, die eine stationäre Behandlung notwendig machen. Landesweit gab es gestern insgesamt 15 Patienten mit Corona – und auch bei diesen wurde eine Infektion bei einer Routinetestung oft nur nebenbei entdeckt; eingeliefert wurden die meisten wegen einer ganz anderen Erkrankung. In der Nachbarschaft sind die Verhältnisse in den Spitälern ebenfalls entspannt. Das kleine Fürstentum Liechtenstein weist seit Tagen keinen Corona-Patienten aus, im 500.000-Einwohner-Kanton St. Gallen in der Schweiz sind es aktuell 16.

Der Landessanitätsdirektor warnt jedoch: „Es ist nicht so, dass man jetzt die Hände in den Schoß legen und sagen kann, es ist vorbei. Es ist zu befürchten, dass wir gerade eine Ruhe vor dem Sturm erleben.“ Wann dieser in Form einer neuen Welle aufziehen wird, sei schwer abschätzbar. Am ehesten werde es im Herbst der Fall sein. Alle Systeme, von den Impfstraßen bis zu den Krankenhäusern, müssten daher auf alle Eventualitäten vorbereitet werden. Sie müssten jederzeit hochgefahren werden können.

Vorerst absehbar ist laut Grabher nur, dass sich neue Omikron-Varianten (BA.4 und BA.5) ausbreiten und durchsetzen werden. Allerdings: „Gefährlicher sind sie nicht.“ JOH