Die Schweißheiligen sind da

Vorarlberg / 11.05.2022 • 20:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Rudi Waibel sind die Eisheiligen nicht mehr das, was sie einmal waren. <span class="copyright">VN/Lerch</span>
Für Rudi Waibel sind die Eisheiligen nicht mehr das, was sie einmal waren. VN/Lerch

Es bleibt überdurchschnittlich warm. Worauf Gärtner achten sollten.

Rankweil, Schwarzach Eisheilige? Von heute, 12. bis zum 15. Mai stehen wieder Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie im Kalender. Unzähligen regionalen Bauernregeln zufolge sind an diesen vier Tagen die letzten Frostnächte des Frühlings möglich.

„Pflanze nie vor der kalten Sophie“, ist nur einer der Sprüche, den Hobbygärtner gut kennen. Rudi Waibel lacht: „Es gibt keine Eisheiligen mehr.“ Der 78-Jährige ist beim Verband für Obst- und Gartenkultur (OGV) in Vorarlberg als der Rosenpapst bekannt. In seinem Garten in Rankweil wächst aber „praktisch alles“, auch was Obst und Gemüse betrifft.

„Überall gibt es schon Setzlinge, die Leute kaufen schon alles ein und jetzt kommt auch noch das Wetter dazu. Auch ich habe die Tomaten bei mir schon gesetzt, sie stehen allerdings geschützt an der Hauswand“, merkt der Rankweiler an. Anders sieht es im Freiland aus. Dort beginnt die Saison für Rudi Waibel erst in der kommenden Woche. „Wenn man ein bisschen wartet, wachsen die Sachen einfach viel schneller. Bei zu kalten Temperaturen bekommen sie einen Kälteschock und wachsen dann nicht mehr.“ Weitere Tipps des Experten: Pflanzen, die man überwintert hat, nach dem Rausstellen ordentlich wässern und nicht gleich an die pralle Sonne stellen. „Dann verbrennen die Blätter nicht so schnell.“ Falls Frost kommt, die nicht winterfesten Pflanzen mit einem Flies abdecken.

Die Eisheiligen fallen heuer aus. Gefrorenes gibt es bei Selina aus Höchst lediglich in der Tüte.<span class="copyright"> VN/PS</span>
Die Eisheiligen fallen heuer aus. Gefrorenes gibt es bei Selina aus Höchst lediglich in der Tüte. VN/PS

Eher das Gegenteil

Eine Auswertung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat ergeben, dass die Eisheiligen in den meisten bewohnten Regionen Österreichs nahezu nie Frost bringen. Heuer werden die frostigen Gesellen buchstäblich zu den Schweißheiligen. „Eisig sind sie definitiv nicht, eher das Gegenteil“, sagt ZAMG-Meteorologin Maria Siller. Heute, Donnerstag, kratzen die Temperaturen laut den Prognosen zufolge erneut an der 30-Grad-Marke. „Am Freitag wird es etwas kühler, aber von Eisheiligen und frostigen Temperaturen sind wir auf jeden Fall weit weg“, ergänzt die Expertin. Geforenes gibt es damit lediglich in der Tüte. 

ZAMG-Meteorologin Maria Siller sagt:

ZAMG-Meteorologin Maria Siller sagt: “Von Frost sind wir weit weg.”

Auch wenn die Eisheilgen kaum mehr eine Rolle spielen: Laut ZAMG finden markante Kaltlufteinbrüche, mit einstelligen Temperaturen und Schnee bis ins Mittelgebirge, sehr oft rund zehn Tage nach den Eisheiligen statt. Maria Siller kann aber auch hier schon eine leise Entwarnung geben: „Nächste Woche ist noch kein Einbruch in Sicht. Übernächste Woche gehen die Temperaturen tendenziell wieder auf ein normales, durchschnittliches Niveau zurück. Aber das ist noch sehr weit weg. Da kann noch sehr viel passieren.“ vn-ger