Der Mond macht das Licht aus

Vorarlberg / 13.05.2022 • 17:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Am Montag in der Früh steht eine totale Mondfinsternis an.

Schwarzach Die kommende Woche wird galaktisch. Frühaufsteher können am Montag (16. Mai) Zeugen einer totalen Mondfinsternis werden. Die Vorarlberger haben laut Experten diesmal mehr Beobachtungsglück als andere.

Eine Mondfinsternis gibt es nur bei Vollmond und wenn Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen. Dabei fällt der Erdschatten auf den Mond. „Mondfinsternisse sind leicht zu beobachtende Ereignisse. Das Farbenspiel des verdunkelten Mondes kann von grau bis rötlich variieren“, berichtet der Bludenzer Astronomie-Experte Robert Seeberger.

Von Wien aus ist die Mondfinsternis diesmal nur höchst unvollständig zu sehen, da der Mond dort ganz schwach partiell verfinstert in der Morgendämmerung hinter dem Horizont verschwindet. In Tirol und Vorarlberg geht sich wegen des späteren Sonnenaufgangs und Monduntergangs noch ein Stückchen Totalität aus. „Die Totalitätsphase, also der Zeitraum, in dem der Erdschatten den Mond zur Gänze trifft, dauert von 5.29 bis 6.54 Uhr. Über Vorarlberg geht der Vollmond um 5.43 Uhr unter“, erläutert Seeberger.

Südwesten

Um das Himmelsspektakel beobachten zu können, muss man diesmal also nicht nur früh aus den Federn. Man braucht auch Glück beim Wetter und freie Sicht in südwestliche Richtung. „Kein Berg oder ein anderes Sichthindernis darf in dieser Richtung stehen“, betont der Vorarlberger Astronom. Die Mondfinsternis ist mit freiem Auge sichtbar, ein Feldstecher oder ein Teleskop sind allerdings nie verkehrt. Robert Seeberger empfiehlt mit der Beobachtung kurz vor 4.30 Uhr zu beginnen. Er ergänzt: „Um 4.28 Uhr trifft der Kernschatten den Mond. Während immer größere Teile des Mondes vom Erdschatten getroffen werden, sinkt der Mond in Richtung Horizont. Eine knappe Viertelstunde ist die Mondfinsternis in ihrer totalen Phase zu sehen, bevor der Mond untergeht. Über weiten Teilen Amerikas ist der gesamte Verlauf der Finsternis zu sehen.“

Die Mondfinsternis am Montag ist nicht das letzte kosmische Schattenspiel in diesem Jahr. Am 25. Oktober steht eine partielle Sonnenfinsternis an. Die zweite totale Mondfinsternis des Jahres am 8. No­vember bleibt Seeberger zufolge hierzulande gänzlich verborgen. „Sie ist nur vom Pazifik aus oder in der Arktis zu sehen. Die nächste totale Verfinsterung des Mondes in voller Länge ist in Österreich erst wieder am 31. Dezember 2028 zu beobachten.“ VN-GER

„Das Farbenspiel des verdunkelten Mondes kann von grau bis rötlich variieren.“