„Die Menschen wollen zu Hause sein“

Vorarlberg / 13.05.2022 • 16:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Praktikantin Natasa Jeremic (links) begleitet Edith Härle bei den Hausbesuchen.bvs (2)
Praktikantin Natasa Jeremic (links) begleitet Edith Härle bei den Hausbesuchen.bvs (2)

Krankenpflegeverein Lustenau ortet Hang zur ambulanten Pflege.

Lustenau Es kann schnell gehen. Eine Erkrankung oder ein Unfall können den Alltag auf den Kopf stellen. Plötzlich ist man auf Hilfe angewiesen. Der Krankenpflegeverein in Lustenau betreut Patienten zu Hause und sorgt für ein Stück Normalität. „Wir betreuen nicht nur ältere Menschen, sondern zunehmend auch jüngere, die erkrankt sind und zu Hause bleiben wollen“, erklärt die Pflegeleiterin des Krankenpflegevereins, Karin Blank. Das Aufgabengebiet der 19 Pflegerinnen und Pfleger in Lustenau ist breit und reicht vom Verbandswechsel bis hin zur Sterbebegleitung. „Das Wohlbefinden unserer Patienten in jeder Lebenssituation hat oberste Priorität“, sagt Blank.

Umfangreiches Angebot

Das Pflegepersonal unterstützt bei der Körperpflege, führt Verbandswechsel durch, verabreicht Spritzen und Infusionen und bringt Klarheit in die Medikamentengabe. In den vergangenen Jahren können sie einen Trend in Richtung ambulanter Betreuung erkennen. „Die Menschen wollen zu Hause sein. Gerade wenn sie im Sterben liegen“, erklärt die Pflegeleiterin Blank. Dazu kommt, dass Pflegebetten in Heimen aufgrund von Personalmangel nicht belegt werden können. „Wir haben glücklicherweise keinen Personalmangel hier im KPV Lusten­au. Offene Stellen, die sich durch Pensionierungen und höheren Personalbedarf ergeben, können glücklicherweise zeitnah ersetzt werden“, so Blank.

Palliative Begleitung

Vor einem Monat wurde die palliative Pflege in die Statuten des Vereins mit aufgenommen. „Dies ist rein formal zu betrachten. Wir haben unsere Patienten schon immer bis zum Lebensende begleitet“, klärt Blank auf.

Palliative Care bedeutet die Betreuung und Begleitung von Betroffenen und deren Angehörigen im letzten Lebensabschnitt. Im Vordergrund stehen die Hilfestellung bei der Bewältigung von Schmerzen und Begleitsymptomen sowie die pflegerische Versorgung und das Erhalten der Selbstbestimmung und Würde des Menschen. Das Ziel ist es, die Lebensqualität bis zuletzt zu erhalten. Was in welchem Umfang hierfür erforderlich ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab.

Der Krankenpflegeverein arbeitet mit vielen Institutionen zusammen, um das Wohlergehen der Menschen sicherzustellen. „Zu nennen sind an dieser Stelle das mobile Palliativteam, die Ärzte, die Servicestelle für Pflege und Betreuung, der Mohi, die Gemeinde und die Hospizbegleitung“, erklärt Pflegerin Anita Graf. Und noch einen weiteren wichtigen Service bieten sie an: Einmal wöchentlich besuchen sie Haushalte mit einer 24-Stunden-Betreuung. „Wir sehen nach dem Rechten, begleiten die Pflegerinnen vor Ort im Sinne einer bestmöglichen Qualität für die Patienten“, betont Karin Blank. Die Patienten in Lustenau sind dankbar für die professionelle Hilfe des Vereins. Dadurch können sie selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben. bvs

„Wir haben unsere Patienten schon immer bis zum Lebensende begleitet.“

Pflegeleiterin Karin Blank (links) und Anita Graf vom KPV.
Pflegeleiterin Karin Blank (links) und Anita Graf vom KPV.