Freie Fahrt auf der Pipeline

Vorarlberg / 13.05.2022 • 19:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf das Flachufer mit Stadtstrand folgt eine Ufermauer. Das war nicht anders möglich, da der Seegrund dort sehr steil abfällt. 
Auf das Flachufer mit Stadtstrand folgt eine Ufermauer. Das war nicht anders möglich, da der Seegrund dort sehr steil abfällt. 

In den nächsten Wochen stehen noch Restarbeiten an.

Bregenz Fußgänger, Radfahrer und Co. haben auf der Pipeline wieder freie Fahrt. Seit Mitte Oktober wurde auf einem knapp 510 Meter langen Abschnitt vom Nostalgiebad Mili in Richtung Lochau gebaggert und gebaut. Am Freitag, um 14 Uhr, konnte das Absperrgitter endlich abgebaut werden. Ganz fertig ist das Werk damit allerdings noch nicht. In den nächsten Tagen bzw. Monaten stehen noch kleinere ­Restarbeiten an.

In das Projekt wurden 6,3 Millionen Euro investiert. Der Radweg ist jetzt fünf Meter und der Fußweg drei Meter breit. Dazwischen befindet sich ein bis zu vier Meter breiter Grünstreifen. Zum Vergleich: Vor dem Ausbau war der kombinierte Geh- und Radweg 3,5 Meter breit. „Man hat sich eh immer gewundert, dass im Sommer so wenig passiert ist. Die Pipeline war einfach zu schmal für die vielen Menschen, die sich am Bodenseeufer bewegen“, resümierte Bürgermeister Michael Ritsch bei der offiziellen Eröffnung.  

Herzstück

In Vorarlberg werden laut Land bereits 16 Prozent aller Alltagswege mit dem Rad zurückgelegt. Ziel ist es, diesen Prozentsatz bis 2030 auf 21 Prozent zu erhöhen. Mobilitätslandesrat Daniel Zadra bezeichnet die Pipeline als „Herzstück der Fahrradinfrastruktur“. „Sie ist nicht irgendein Radweg, sondern Teil des Bodenseeradwegs, also eine sehr attraktive Route sowohl für die Freizeitnutzung als auch für den Alltagsradverkehr“, unterstreicht er. 

In den vergangenen Monaten wurden rund 7000 Kubikmeter Beton, Wasserbausteine und Ähnliches entfernt und anschließend rund 20.000 Kubikmeter Kies aufgeschüttet. Auf 150 Metern ist ein Flachufer mit Stadtstrand und Grünflächen entstanden, anschließend folgt ein rund 360 Meter langer Steiluferbereich. Wie beim Leutbühelprojekt haben die Verantwortlichen auch an der Pipeline mit Lieferproblemen zu kämpfen. „Die Laternen kommen voraussichtlich im Juni. Das Holz für die Bänke haben wir vor Weihnachten bestellt. Letzte Woche haben wir erfahren, dass es im Moment in Kroatien ist“, berichtet Bauamtsleiter Bernhard Fink. Nächste Woche müssen noch einige Humusflächen fertiggestellt werden. Auch die Geländer sind derzeit noch beim Lackierer. „Da kommen dieselben Geländer wie an den Seeanlagen hin“, ergänzt Fink. Nach dem Ausbau ist vor dem Ausbau: Bereits im Herbst soll mit dem letzten Abschnitt bis Lochau begonnen werden. vn-ger 

Der neue Steg wurde auf bis zu 18 Meter lange Pfähle gesetzt.
Der neue Steg wurde auf bis zu 18 Meter lange Pfähle gesetzt.
Der Radweg ist jetzt fünf Meter und der Fußweg drei Meter breit.  VN/Steurer
Der Radweg ist jetzt fünf Meter und der Fußweg drei Meter breit.  VN/Steurer
Über die Rampe ist ein barrierefreier Zugang zum See möglich. Das Holzgeländer ist ein Provisorium.

Über die Rampe ist ein barrierefreier Zugang zum See möglich. Das Holzgeländer ist ein Provisorium.

Pipeline in Zahlen

6,3 Millionen Euro wurden in den Ausbau des 515 Meter langen Pipeline-Abschnitts investiert, knapp zwei Drittel zahlen Bund und Land.

4000 Radfahrer sind laut Land täglich an der Pipeline unterwegs, an Spitzentagen deutlich mehr.

200 Kilometer Radschnellverbindungen sollen in Vorarlberg entstehen. Die Pipeline ist ein Teil davon.