Gericht: Erst auf Tauben, dann auf Polizisten gezielt

Vorarlberg / 17.05.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Erst auf Tauben, dann auf Polizisten gezielt
Der Angeklagte fühlt sich eher als Opfer der Gesellschaft denn als Täter. Eckert

Einbrüche, Drohungen und Tierquälerei: Rumäne muss fünf Monate in Haft.

Feldkirch Zahlreiche Einbruchsdiebstähle in Bregenz und Dornbirn in Häuser, Wohnungen und Restaurants werden einem 19-jährigen Rumänen bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch vorgeworfen. In einem Dornbirner Lokal nahm er einen Tresor mit 400 Euro mit, ansonsten Bargeld, Handys und sonstige Wertgegenstände. Er versuchte mit fremden Autos zu fahren, hatte jedoch keinen Erfolg.

Seine verrückteste Aktion war allerdings jene mit einer Softgun, die er in einem Geschäft kaufte. „Gegen dieses Geschäft werde ich Anzeige erstatten“, meint er dreist. Zunächst zielte er am Vormittag kurz vor Mittag mit der Beretta-Pistolenattrappe auf Tauben, was übrigens als versuchte Tierquälerei angeklagt wurde. Passanten riefen die Polizei, der Rumäne ging in eine Bar und fuchtelte dort weiter mit der Softgun herum. Niemand wusste, ob die Waffe echt war oder nicht. Der Mann spricht so gut wie gar kein Deutsch und versteht auch nichts.

Seltsamer Humor

Zwei Feldkircher Polizeibeamte wurden zu der betreffenden Bar geschickt. Mit schwerer Schutzweste und entsprechender sonstiger Ausrüstung näherten sie sich dem Mann. Der 26-jährige Polizist forderte ihn mehrfach auf, sich in der schummrigen Bar auf den Boden zu legen. Doch stattdessen drehte sich der Rumäne um und zielte mit ausgestrecktem Arm auf den Beamten. Der schrie wiederholt „Waffe runter und auf den Boden legen!“, erst nach einigen Zurufen legte sich der Mann auf den Boden. Diese Szenen versuchte der junge Polizist zunächst auf eigene Faust zu verdrängen, doch als die Schlaflosigkeit gar nicht enden wollte, suchte er sich Hilfe. 200 Euro werden ihm an Teilschmerzengeld für die psychische Belastung zugesprochen. Der Angeklagte meint, dass es doch klar war, dass das nur ein Spielzeug war, außerdem habe er die Softgun sofort runtergenommen, behauptet er.

Kehrtwende beabsichtigt                                                  

Immer wieder bekreuzigt sich der Rumäne und führt sich theatralisch, beinahe hysterisch, auf. Immer wieder muss er zur Ordnung ermahnt werden. „Ich will ordentlich leben, arbeiten, keiner hilft mir“, jammert er. Wegen der Vielzahl von Delikten werden fünf Monate Haft ausgesprochen. Einen Teil hat er abgesessen und als bislang Unbescholtener wird er nach der Hälfte bedingt entlassen. In eineinhalb Monaten ist er frei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.