Langener Zentrumsprojekt kam pünktlich unter Dach

Vorarlberg / 18.05.2022 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Im Mittelpunkt der traditionellen Firstfeier standen die Zimmerleute, die das Aufpflanzen des Firstbaums mit dem obligaten Umtrunk in luftiger Höhe zelebrierten.</p><p class="caption">

Im Mittelpunkt der traditionellen Firstfeier standen die Zimmerleute, die das Aufpflanzen des Firstbaums mit dem obligaten Umtrunk in luftiger Höhe zelebrierten.

In Langen wurde traditionelle Ufrichte für die Zentrumsverbauung gefeiert.

Langen b. Bregenz Das traditionelle Fest der Dachgleiche – auf gut wälderisch d’Ufrichte – haben sich die Beteiligten mit Fug und Recht verdient, denn das große Jahrhundertprojekt im Zentrum von Langen kam termingerecht unter Dach, und dementsprechend ausgelassen durften die Handwerker mit zahlreichen Gästen, Vertreter der Gemeinde, der Bauherrschaft, Baufirma, künftige Mieter und natürlich die Nachbarn, den Anlass feiern, als die Zimmerleute den Firstbaum hochhievten und in luftiger Höhe festmachten. Ein Bauvorhaben in dieser Größenordnung, noch dazu in einer ländlichen Gemeinde, bedarf sorgfältiger Planung und Abstimmung der Interessen. Nicht umsonst mussten die Projektbetreiber Judith und Til Wellmann in einem mehr als zwei Jahre dauernden Entwicklungsprozess einige Abstriche machen, bis das Vorhaben passte.

<p class="caption">Ein Meilenstein der Dorfentwicklung: Laadahuus (r.) und Beckahuus.</p><p class="caption">

Ein Meilenstein der Dorfentwicklung: Laadahuus (r.) und Beckahuus.

Ihr Einverständnis brachten die Nachbarn symbolisch zum Ausdruck, indem sie den drei Meter hohen Firstbaum entsprechend schmückten, für die Handwerker mit Trinkbarem und für die Kinder mit Süßigkeiten behängten. Den Baum hatte der frühere Langzeitbürgermeister Josef Schedler nicht nur höchstpersönlich in seinem Wald ausgesucht, sondern sogar eigenhändig gefällt. Obwohl er sich „kaum mehr getraute, eine Motorsäge in die Hand zu nehmen, aber auf so ein Haus gehört a g’hörige Tanna, also habe ich sie umtoh …“
Nach dem gestrengen Protokoll wurde der Firstbaum gesetzt und die Zimmerleute beschlossen die Zeremonie in luftiger Höhe mit einem symbolischen Umtrunk, der dann auf ebener Erde ausgiebig fortgesetzt wurde. Zuvor schnupperte Wellmann-Tochter Lola ins Zimmermannshandwerk hinein und nahm mit ein wenig Herzklopfen auf dem First für ein Foto Platz.

Laadahuus & Beckkahuus

Das aus zwei Gebäuden mit insgesamt 14 Wohnungen, drei Ferienwohnungen, einem Spar-Markt und einer Filiale der Mangold-Bäckerei samt Café bestehende Projekt hat auch schon seine Bezeichnung bekommen: Das Haus A mit dem Spar-Markt ist das Laadahuus, das Objekt B mit der Bäckerei demzufolge das Beckahuus. Für das Laadahuus war schon vor etwa vier Monaten eine kleine Probe-Firstfeier in kleinstem Kreis organisiert worden.

<p class="caption">Lola Wellmann schnupperte schon mal ins Zimmererhandwerk hinein.</p><p class="caption">

Lola Wellmann schnupperte schon mal ins Zimmererhandwerk hinein.

Im Beckahuus war nach dem Aufziehen des Firstbaums für das leibliche Wohl gesorgt, wobei der weitere Fahrplan besprochen wurde. Spar, so Valentin Drexel, Monja Gisinger und Kauffrau Heike Hiller, ist bemüht, in einem halben Jahr (etwa Mitte November) den Markt zu eröffnen. Mit dem Bezug der Wohnungen wird man sich noch ein wenig länger gedulden müssen, darauf soll es jetzt aber auch nicht mehr ankommen, wies Bürgermeister Josef Kirchmann auf die Devise „Qualität vor Geschwindigkeit“ hin und betonte, dass dieses Projekt ein Meilenstein in der Langener Dorfentwicklung sei.
Dies unterstrichen bei der Firstfeier mit ihrer Teilnahme auch Vizebgm. Peter Steurer, Gemeinderätin Elisabeth Vollweiter und Gemeindesekretär Bernd Natter. Die Handwerksbetriebe waren durch Martin Moosbrugger und Klaus Giselbrecht (Berkmann Holzbau) mit ihren Teams sowie Manfred Baldauf (Dachdeckerei Baldauf) vertreten. Seitens der Nachbarschaft waren die Familien Raich-Gunz und Schedler sowie Celine Ruech und Lukas Theune (Gasthaus Adler) zum Fest gekommen. STP