Unterflurtrasse: Bürgermeister machen beim Bahnausbau Dampf

Vorarlberg / 20.05.2022 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<p class="caption">So könnte der Bahnhof Bregenz aussehen, wenn man die Bahntrasse unter die Erde verlegen würde.   <span class="copyright">Mehr am See</span><span class="marker"><br></span></p>

So könnte der Bahnhof Bregenz aussehen, wenn man die Bahntrasse unter die Erde verlegen würde.   Mehr am See

Bregenz und Umlandgemeinden formieren sich zu einer IG.

Schwarzach Die Bürgermeister von Wolfurt, Lauterach, Bregenz, Lochau und Hörbranz wollen nicht länger Passagier sein, sie wollen mit in den Führerstand.

Das Quintett hat sich daher zur „Interessengemeinschaft Unterirdischer Bahntrassenausbau im Großraum Bregenz“ (IGUB) zusammengeschlossen, mit dem Ziel „die Kräfte der von der Bahntrassierung betroffenen Standortgemeinden zu bündeln und damit sicherzustellen, dass unsere Interessen beim Bahninfrastruktur-Ausbau im Großraum Bregenz in raum- und städteplanerischer Hinsicht ausreichend Berücksichtigung finden“, erläutert der Sprecher der Gruppe, der Lauteracher Bürgermeister Elmar Rhomberg.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Die Gemeindechefs verweisen auf eine vom Land und den ÖBB im Herbst 2020 in Auftrag gegebene und kürzlich präsentierte Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass im Unterland bis 2040 ein zweites Gleis zwischen Bregenz-Hafen und Lochau/Hörbranz, ein drittes Gleis zwischen Bregenz und dem Güterbahnhof Wolfurt (bzw. Lauterach-Nord, je nach Variante) und ein zweites Gleis zwischen Hard und Lustenau nötig sein wird. Ausbaukonzepte über 2050 hinaus würden sogar ein drittes Gleis beim Bregenzer Hafen sowie Wendegleise in den Bahnhöfen Bregenz-Hafen und Lochau/Hörbranz vorsehen.

Unterflurtrasse: Bürgermeister machen beim Bahnausbau Dampf

Da ohne die entsprechenden Flächen kein Ausbau möglich ist, fordert die IGUB vom Land: „Bevor die Planungen weiter voranschreiten, muss eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Unterflurlösung erfolgen, damit diese gegebenenfalls rechtzeitig in den ÖBB-Prozess ‚Zielnetz 2040‘ aufgenommen werden kann.“

Unterflurtrasse: Bürgermeister machen beim Bahnausbau Dampf

Rückblick: Im Rahmen einer Vorstudie im Auftrag der Stadt Bregenz wurden im Vorjahr interne Pläne von Rhomberg Bau, eine knapp 20 Jahre alte Analyse des Bahnexperten Gunther Zierl und die Finanzierungsexpertise des einstigen Hypo-Vorarlberg-Vorstandschefs Michael Grahammer (BDO) aktualisiert und zusammengeführt. Laut dem Expertengremium wäre die Tieferlegung der Bahntrassen zwischen dem Wolfurter Güterbahnhof und der Staatsgrenze zu Deutschland sowohl technisch als auch finanziell machbar. Das Projekt soll knapp 1,5 Milliarden Euro kosten. Für die Planung würden demnach 4,5 Jahre, für den Bau weitere fünf Jahre benötigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Lebensqualität

„Fakt ist: Der starke Anstieg an Mobilitätsangeboten auf der Schiene sowie deren weiterer Ausbau im Großraum Bregenz wird die Standortgemeinden zunehmend beeinflussen. Das umfasst sowohl die Lebensqualität durch mobilitätsbedingte Emissionen als auch die Möglichkeiten der Stadt- und Gemeindeplanung aufgrund der Bahntrassierung durch dichtes Siedlungsgebiet“, ergänzt der IGUB-Sprecher. Es dürfe daher nicht nur eine Kosten-Nutzen-Rechnung gemacht werden, in die Bewertung müssten auch raum- und gemeindeplanerische Faktoren einfließen, verlangen die Bürgermeister und plädieren an die Verantwortlichen, die Interessengemeinschaft bei der weiteren Vorgehensweise zur Auswahl von Bahntrassenvarianten frühzeitig und aktiv einzubinden. „Wir werden jedenfalls das Gespräch suchen“, betonen sie.  

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

„Davor muss eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Unterflurlösung erfolgen.“