Rhesi hautnah. Das ist am Samstag möglich, weil …

Vorarlberg / 20.05.2022 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wasserbauexperte Gabriel Zehnder von der ETH Zürich vor dem Koblach-Modell in der Dornbirner Versuchshalle. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Wasserbauexperte Gabriel Zehnder von der ETH Zürich vor dem Koblach-Modell in der Dornbirner Versuchshalle. VN/Steurer

Am Tag der offenen Tür wird das Versuchsmodell des Hochwasserschutzprojekts Interessierten präsentiert.

Dornbirn Das Megaprojekt Rhein-Erholung-Sicherheit, kurz Rhesi genannt, nimmt immer konkretere Formen an. Ein Meilenstein zur Umsetzung des Eine- Milliarde-Euro-Vorhabens sind die Simulationen in der Dornbirner Versuchshalle. Dort wird unter anderem die so heiß diskutierte Rheinaufweitung samt Dammabrückung bei Koblach dargestellt und deren Auswirkung auf den Hochwasserschutz sowie speziell auf die Ökologie untersucht.

Experten zufrieden

Die Versuche in der Modellhalle führen auch die Experten von der ETH Zürich, Abteilung Versuchsanstalt für Wasserbau, Florian Hinkelammert-Zens sowie Gabriel Zehnder, durch. Die beiden Spezialisten bezeichnen die Möglichkeiten realistischer Simulationen im 100 Meter langen Versuchsmodell als sehr gut. Ihr bisher zufriedenes Resümee: “Die Prognosen haben sich bestätigt, das Projekt wurde gut geplant.”

Die Prognosen haben sich bestätigt, das Projekt wurde gut geplant. Wir können zufrieden sein.”

Florian Hinkelammert-Zens, ETH Zürich

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Entwicklung des Sohle. “Wir setzen wie beim richtigen Projekt nur Initialisierungsmaßnahmen, der Rest besorgt der Fluss”, beschreibt Hinkelammert-Zens die Herangehensweise beim Versuch.

Norbert Mähr, Vater von Rhesi-Projektleiter Markus Mähr, und der ehemalige Rheinbauleiter Martin Weiss gehören zu den fachkundigen Führern am Tag der offenen Tür am Samstag.
Norbert Mähr, Vater von Rhesi-Projektleiter Markus Mähr, und der ehemalige Rheinbauleiter Martin Weiss gehören zu den fachkundigen Führern am Tag der offenen Tür am Samstag.

Ökologische Aufwertung

Das Modell ermöglicht die Simulation von zehn Jahren Flussentwicklung innerhalb von 70 Tagen. Mit zehn bis 15 Jahren rechnen die Experten, bis der Rhein jene Gestalt erreicht hat, die den gesetzten Zielen entsprechen. So lange wird es dauern, bis der Fluß eine Durchflusskapazitätssteigerung von derzeit 3100 m3/sec auf 4300 m3/sec an der engsten Stelle auf Höhe von Lustenau-Widnau erreicht hat.

Die massive ökologische Aufwertung des Gewässers sieht die Ansiedlung neuer Vogelarten, Amphibien und Vegetation vor. Auf Höhe Koblach ist laut Experten aus diesem Grund die Dammabrückung notwendig.

Prominente Guides

Am Tag der offenen Tür (Samstag zwischen 11 und 17 Uhr) wird es zahlreiche Führungen, durchgeführt von 15 fachkundigen Personen, geben. Dazu zählt auch der ehemalige Rheinbauleiter Martin Weiss, der die Anfänge von Rhesi noch aktiv miterlebt hat und den Rhein perfekt kennt.

Offen ist die Versuchshalle aber auch am Freitagabend anlässlich der Langen Nacht der Forschung. Dort werden zwischen 17 und 23 Uhr unter anderem die Auswirkungen eines Erdbebens oder eines Dammbruchs nachgestellt.