Gericht: Tumult auf Trauerfeier in Göfis

Vorarlberg / 23.05.2022 • 14:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Tumult auf Trauerfeier in Göfis
Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht reumütig über seine damaligen Ausraster. Eckert

2340 Euro unbedingte Geldstrafe für Gast von Beerdigung, der die Fäuste sprechen ließ.

Feldkirch Der 30. Dezember 2021 wird wohl allen Teilnehmern der damaligen Beerdigungsfeierlichkeiten in der kleinen Oberländer Gemeinde in Erinnerung bleiben.

Nicht nur, weil ein älterer Herr aus dem Leben geschieden war und viele deshalb sehr traurig waren. Bei dem anschließenden Zusammensitzen in einer Gaststätte gab es, wie der Angeklagte bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch selbst bedauert, einen ärgerlichen Zwischenfall.

Ohrfeige oder nicht?

Die Trauergäste saßen alle zusammen, an einem anderen Tisch eine Gruppe von fremden Gästen. Die Trauergemeinschaft war gerade im Begriff sich aufzulösen und nach Hause zu gehen, als es am Nebentisch laut wurde. Der Angeklagte, Vater von zwei Kindern im Alter von fünf und sieben Jahren, horchte auf. Angeblich hatte jemand vom Nachbartisch seinem fünfjährigen Sohn eine Ohrfeige gegeben, das wollte der gelernte Techniker klären.

Doch als er das Gespräch suchte, gab es angeblich weitere Beschimpfungen und Pöbeleien. Da rastete der Enkel des Verstorbenen aus und schlug einem älteren Herrn mit der Faust ins Gesicht. Eine fünf Zentimeter lange Platzwunde, die im Spital genäht werden musste, war die Folge. Außerdem plagten Kopfschmerzen den Verletzten eine Weile lang und ein “Veilchen” sah man ebenfalls. Bis heute ist unklar, ob dem Faustschlag eine Watsche gegen das Kind vorangegangen war oder nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelte in diesem Punkt, doch stellte das Verfahren gegen den allfälligen “Watschenmann” ein.

Weitere Eskalation

Dass er sein Gegenüber geschlagen hat, tut dem Familienvater sehr leid und er anerkennt auch die 1000 Euro Schmerzengeld, wenngleich sein Verteidiger meint, dass diese Forderung sehr hoch sei. Nach dem Faustschlag dauerte es nicht lange, bis die Polizei auftauchte. Doch auch hier verlor der Techniker nochmals die Beherrschung und wehrte sich gegen die Beamten. Dem einen wurde zu einer Schürfwunde am Knie noch der Finger gebrochen, der zweite Beamte erlitt eine kleine Schürfwunde am Arm. „Auch das tut mir sehr leid“, erzählt der einst wutentbrannte Trauernde.

Wieder bezahlt er 500 Euro sofort, weitere 200 erkennt er an. Eigentlich trinke er wenig, doch an jenem Tag habe er zu viel Alkohol konsumiert, das weiß der bislang Unbescholtene. Er ist voll geständig. Dass er seinem Sohn ein schlechtes Vorbild war, weiß er ebenfalls. Auch die Kinder bekamen die körperliche Auseinandersetzung mit. Als Strafe für Widerstand und diverse Körperverletzungen werden 2340 Euro festgesetzt, damit ist der Verurteilte einverstanden.