Was mit den Freibad-Pommes passiert

Vorarlberg / 24.05.2022 • 05:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Markus Großer setzt unter anderem auf selbstgemachte Burger mit Pommes. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Markus Großer setzt unter anderem auf selbstgemachte Burger mit Pommes. VN/Paulitsch

Gastronomen versuchen Lösungen für ständige Preiserhöhungen zu finden.

Hohenems Montagvormittag im Freibad Rheinauen in Hohenems: In der Küche und im Gastgarten treffen Mike Häfele und sein Team gerade die Vorbereitungen für den neuen Rad- und Badetag. Zum Lachen ist dem Unternehmer in seiner 17. Freibad-Saison nicht gerade zumute.

“Die vergangenen zwei Pandemie-Jahre waren sehr schwierig und jetzt ist es noch schwieriger”, erzählt Häfele und meint damit die Situation rund um gestiegenen Preise für Lebensmittel und die Aufhebung der Mehrwertsteuersenkung. Hinzu komme noch die Planungsschwierigkeit. “Im Fleischbereich haben wir es beispielsweise mit Tagespreisen zu tun.”

Mike Häfele klagt über Planungsunsicherheit wegen ständiger Preiserhöhungen.
Mike Häfele klagt über Planungsunsicherheit wegen ständiger Preiserhöhungen.

Nicht nur in den Supermärkten steigen die Preise. Auch die Gastronomen müssen beim Einkauf mehr zahlen. “Am meisten spiegelt sich dies bei den Pommes wider”, berichtet Häfele. Genau bei jenem Snack auf der Speisekarte, der bei den Freibad-Gästen am beliebtesten ist. Rund eine Tonne Pommes wandern an Spitzentagen im Rheinauen über den Tresen.

“Die Kosten für das Frittierfett sind um 25 Prozent gestiegen, jene für die Pommes um 20 Prozent”, erklärt der 45-Jährige. Aufgrund steigender Einkaufspreise und Lohnkosten müssen die Freibad-Gastronomen nun einen Teil der Kosten an die Gäste weitergeben. “Wir haben die Preise für Pommes um fünf Prozent erhöhen müssen”, sagt Häfele. Die Hälfte der Preiserhöhungen habe er “selbst schlucken müssen”. Um Familien entgegenzukommen, bieten Häfele und sein Team inzwischen auch Familienplatten an.

Wanna Mäser bietet im Parkbad Lustenau  thailändische Alternativen zu Pommes und Co. an.
Wanna Mäser bietet im Parkbad Lustenau thailändische Alternativen zu Pommes und Co. an.

Gedanken über die Speisekarte und die Situation der Familien macht sich auch Wanna Mäser, Gastro-Chefin im Parkbad Lustenau. Als sie angefangen habe, hätten Pommes noch 2,30 Euro gekostet. Inzwischen ist man in vielen Freibädern schon bei 4 Euro. “Also viel teurer sollte alles dann nicht mehr werden”, ist sie sich sicher. Die gebürtige Thailänderin bietet als Alternative zu Pommes und Grillteller beispielsweise Vegi-Frühlingsrollen mit Salat oder Thai-Curry an. Alles selbstgemacht. “Unter der Woche essen die Leute mehr Kleinigkeiten”, erzählt sie, während sie ihre Karte präsentiert. Aber Schnitzel und Co. müsse sie natürlich standardmäßig da haben.

Auch Markus Großer, Chef von der Treff am See Gastronomie beim Strandbad Lochau, hat natürlich die klassischen Freibadgerichte auf seiner Karte. Gerade bereitet er zwei Teller mit Burgern und Pommes vor. “Ich mache alles selber. Brot, Kartoffelsalat, Burger. Und kaufe selber ein”, erzählt er.

Der Preis für Sahne und Milch hat sich in etwa gehalten. Allerdings hat der Butterpreis ordentlich angezogen.

Markus Großer, Treff am See Gastronomie

“Die meisten Preiserhöhungen gibt es immer Anfang des Sommers. Heuer sind diese aber viel massiver als sonst”, bestätigt auch er. Was für Großer nicht nachvollziehbar ist, ist die Sache rund um die Milchprodukte. “Der Preis für die Sahne und für Milch hat sich in etwa gehalten. Allerdings hat der Butterpreis ordentlich angezogen. Im Jänner haben 10 Kilo noch 60 Euro gekostet, jetzt sind wir bei 90 Euro”, sagt der 48-Jährige, der auch Frühstück und selbstgemachten Kuchen anbietet.