Weg ins Gymnasium als Spannungsfeld

Vorarlberg / 24.05.2022 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Eine Schularbeit zur Gymnasiumsreife stand kurz im Raum.

Bregenz In der vierten Klasse der Volksschule steigt der Druck auf Lehrkräfte und Schüler. Schließlich stellt sich immer noch die Frage, ob das Kind in die Mittelschule oder ins Gymnasium wechseln wird. SPÖ-Landtagsabgeordnete Manuela Auer erregte am Montag mit einer Anfrage Aufsehen: Scheinbar plane das Land eine Aufnahmeprüfung in Form einer einheitlichen Schularbeit für die Gymnasien.

Der Druck in den Schulen auf Kinder und Lehrer ist real. „Wenn es sich so zuspitzt, dass man nur mit lauter Einsern ins Gymnasium kommt, dann ist es eine Fehlentwicklung“, bestätigt Andreas Kappaurer, Pädagogischer Leiter der Bildungsdirektion. So präsentiert sich die Lage nicht zuletzt im Ballungsraum rund um Dornbirn. Eine Arbeitsgruppe habe sich tatsächlich überlegt, ob eine einheitliche Schularbeit in den Bereichen Mathematik und Deutsch Abhilfe leisten könnte. Jedoch nicht als Aufnahmeprüfung, sondern als Unterstützung des Volksschullehrers, um die Notengebung gegenüber den Eltern besser begründen zu können. Dies hätte Druck von den Lehrern nehmen können, gefälligere Zeugnisse zu erstellen. Die Volksschuldirektoren hatten dies aber als wenig zielführend bewertet, räumt Kappaurer ein.

Am ursprünglichen Problem hat sich jedoch nichts geändert. Die Arbeitsgruppe kehrt daher an den Tisch zurück und soll andere, geeignetere Maßnahmen andenken. Hier ist Kappaurer wichtig, den Fokus nicht rein auf den Gymnasiumseintritt zu legen. „Inzwischen ist unser Schulsystem so offen, dass einem Schüler einer Mittelschule weiterhin alle Möglichkeiten offen stehen“, betont er. Diese reichen vom BORG über Berufsbildende Höhere Schulen bis zur Lehre mit Matura, um allein jene mit Hochschulreife auszulegen. Der Einstieg ins Unterstufengymnasium sei längst nicht mehr eine Lebensentscheidung, die den teilweise hohen Druck bereits in der Volksschule berechtigt erscheinen lassen würde.