Vorarlberg will Waisenkinder aus der Ukraine aufnehmen

Vorarlberg / 03.06.2022 • 15:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Putins Angriffskrieg in der Ukraine macht viele Kinder zu Waisen. Vorarlberg will jetzt einige von ihnen aufnehmen. <span class="copyright">Reuters</span>
Putins Angriffskrieg in der Ukraine macht viele Kinder zu Waisen. Vorarlberg will jetzt einige von ihnen aufnehmen. Reuters

Land bemüht sich um Aufnahme. Rund 30 Kinder sollen in Bregenz untergebracht werden.

Bregenz Das Bomben nimmt kein Ende. Der russische Angriffskrieg hat in 100 Tagen rund 5,4 Millionen Ukrainer in die Flucht getrieben. 1639 von ihnen haben in Vorarlberg Schutz gefunden. „Die Situation um Flüchtlinge aus der Ukraine hat sich zuletzt deutlich entspannt“, so der zuständige Landesrat Christian Gantner. Die Zahlen seien seit Wochen konstant. Nur vereinzelt würden neue Ankommende im Ankunftszentrum in Nenzing registriert.

Das Ankunftslager für Flüchtlinge in Nenzing. Zuletzt kamen nur noch vereinzelt Flüchtende aus der Ukraine an. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Das Ankunftslager für Flüchtlinge in Nenzing. Zuletzt kamen nur noch vereinzelt Flüchtende aus der Ukraine an. VN/Paulitsch

Unterdessen hat das Land eine Initiative zur Aufnahme von Waisenkindern aus der Ukraine gestartet. Derzeit würden Abstimmungen mit der Botschaft in Wien laufen, so Gantner. Rund 30 Kinder sollen gemeinsam mit dem Betreuungspersonal in einer geeigneten Unterkunft in Bregenz untergebracht werden. Wann sie ins Land kommen, ist noch nicht klar.
Ungebrochen groß ist die Hilfsbereitschaft im Land. So würden aktuell für Flüchtlinge aus der Ukraine ausreichend Unterkünfte zur Verfügung stehen, sagt Ganter. Für Vertriebene aus anderen Regionen sei dies aber nicht der Fall.

Knapp 300 Geflohene aus der Ukraine befinden sich derzeit in einem Betreuungs- und Ausbildungsprogramm. So finden etwa Koch- und Service-Trainings statt. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Knapp 300 Geflohene aus der Ukraine befinden sich derzeit in einem Betreuungs- und Ausbildungsprogramm. So finden etwa Koch- und Service-Trainings statt. VN/Paulitsch

Für Vorarlberg rechnet Gantner in den nächsten Monaten nur mit einem geringen Anstieg an ankommenden Flüchtlingen aus der Ukraine. Der Fokus wird deshalb jetzt auf die Integration gerichtet. So habe man Service-Stellen in Bludenz und Bregenz eingerichtet. Gleich mehrere Initiativen fördern die Integration in die Berufswelt. Gantner dämpft aber allzu große Erwartungen für den Arbeitsmarkt. „Bei den meisten Flüchtenden handelt es sich um Frauen mit Kindern und entsprechenden Betreuungsaufgaben.“

Erste konkrete Zahlen zeigen, dass die Bemühungen fruchten. Rund 200 Ukraine-Flüchtlinge haben eine Beschäftigungsbewilligung, knapp 300 sind in Betreuungs- und Ausbildungsprogrammen.