Gfrörer Wegkreuz in Dornbirn mit neuem Glanz und Segen

Vorarlberg / 10.06.2022 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei der Segnung des Wegkreuzes: Martin Hagen, GF OJAD, Bgm. Andrea Kaufmann, Herbert Rella (Initiator) Pfarrer Christian Stranz.
Bei der Segnung des Wegkreuzes: Martin Hagen, GF OJAD, Bgm. Andrea Kaufmann, Herbert Rella (Initiator) Pfarrer Christian Stranz.

Feierliche Segnung am Pfingstmontag.

Dornbirn Die Initiative, ein altes Kulturgut, das dem Zerfall nahe war, zu restaurieren, ergriff Herbert Rella. Der Dornbirner gründete in Eigeninitiative ein Team mit dem Namen „Wegkreuz“. In seiner Freizeit scheute er weder Arbeit noch Mühe, Befürworter zu finden. An der Finanzierung für die Instandsetzung beteiligten sich die Diözese, die Pfarre St. Martin, die Stadt und das Stadtmuseum Dornbirn wie auch das Denkmalamt. Ebenso konnte er einen Nachbarn des Wegkreuzes dafür gewinnen. In seiner Ansprache richtete Rella den Dank an alle Spender und Gönner und ging außerdem auf die Geschichte des Wegkreuzes ein, das in der Zeit um 1830 bis 1840 errichtet wurde. Bedauerlicherweise blieb der Künstler unbekannt. Bekannt hingegen ist, dass die Menschen damals vor diesem Kreuz um Hilfe gegen hohes Fieber gebetet haben und ebenso bei Grippewellen oftmals den Weg zu diesem Kreuz suchten.

Den Segen für das Wegkreuz und für alle Menschen, die daran vorbeikommen, erbat Pfarrer Christian Stranz.
Den Segen für das Wegkreuz und für alle Menschen, die daran vorbeikommen, erbat Pfarrer Christian Stranz.

Wie bereits berichtet, entstand für das Vorhaben ein Arbeitsprojekt der OJAD (Offene Jugendarbeit Dornbirn). GF Martin Hagen ließ sich für eine Zusage nicht lange bitten und ließ sich davon auch spontan begeistern. Für die Restaurierung konnte Nicole Mayer gewonnen werden. Die Jugendlichen vom Job Ahoi mit Projektleiter Andreas Huemer waren mit Eifer dabei. Für die Instandsetzung wurden über 190 Stunden aufgewendet. Aber auch Respekt und Wertschätzung, gerade für ein so heikles Projekt ausgesucht worden zu sein, machte sich bei ihnen bemerkbar. Am Tag der Segnung des Kreuzes scheute es Viktor nicht, seine Gefühle preiszugeben. Der Jugendliche gab einen kurzen Einblick in seine Kindheitserlebnisse und erzählte über das Projekt, das ihn innerlich berührte.

Auch die Gäste freuten sich über das sanierte Wegkreuz.
Auch die Gäste freuten sich über das sanierte Wegkreuz.

Zur feierlichen Segnung am Pfingstmontag, die Pfarrer Christian Stranz als Moderator des Seelsorgeraums Dornbirn gerne übernahm, wehte noch der Geist von Pfingsten und die Sonne ließ das neu restaurierte Wegkreuz am Standort Bildgasse zur Bahnunterführung Schlachthausstraße zusätzlich erstrahlen. Der Priester erbat den Segen für das Wegkreuz und für alle Menschen, die daran vorbeikommen. Ein Bläserquartett der Musikschule Dornbirn suchte sich für die musikalische Gestaltung einen speziellen Platz aus. In einer Anhöhe, zwischen blühenden Sträuchern, erklangen Trompete, Posaune und Tuba in einem besonderen Flair. Davor wurde die Grußbotschaft von Bischof Benno Elbs zur Segnung vorgetragen, der von Herzen allen Beteiligten seinen Dank und Wertschätzung aussprach. Zum feierlichen Anlass kam auch Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Dabei erwähnte sie die vielen Wegkreuze und Kleindenkmäler in Dornbirn, die oft von Arbeit und Mühe erzählen, von Hoffnung und Leid, aber auch von Dank und Suche nach dem Schutz und Segen Gottes. Zum Abschluss wurden die Besucher, darunter viele am Projekt Beteiligte, zu einer Agape eingeladen. EH