Eingebunkert hinter Beton und Sandfilter

Vorarlberg / 17.06.2022 • 17:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bis in die 90er-Jahre waren Schutzräume in Vorarlberg vorgeschrieben.
Bis in die 90er-Jahre waren Schutzräume in Vorarlberg vorgeschrieben.

Die Nachfrage nach Reaktivierung privater Schutzräume ist seit Beginn des Ukrainekrieges gestiegen.

Feldkirch Sie galten als Relikt längst vergangener Tage. Der Ukrainekrieg und die Drohgebärden Putins rütteln aber auch in Vorarlberg alte Ängste wach und damit die Frage: Braucht es wieder Schutzräume? Die Anfragen aus der Bevölkerung haben bei Herbert Knünz, Geschäftsführer des Zivilschutzverbands Vorarlberg, in jüngster Vergangenheit jedenfalls zugenommen. „Es kamen verschiedene Anfragen, insbesondere auch zu Schutzräumen. Hauptsächlich ging es darum, wie man diese reaktivieren bzw. aufrüsten kann“, erklärt Knünz.

450 private Schutzräume

Wie viele private Haushalte in Vorarlberg über einen Schutzraum verfügen und inwieweit diese überhaupt noch betriebsfähig sind, lässt sich nur schätzen. Im Zuge des Kalten Krieges war die Angst vor einem möglichen Atomschlag groß. So groß, dass auf sie auch in der Bauordnung reagiert wurde. 1962 war Vorarlberg das erste Bundesland mit einer gesetzlichen Schutzraumpflicht. „Diese war bis 1996 in der Bauverordnung verankert“, weiß Knünz. Danach gab es eine Erhebung gemeinsam mit der Wohnbauförderung, wie viele Schutzräume damals gefördert wurden. „Damals ist man auf 437 Schutzräume gekommen und elf Räume im Bereich der Bundesgebäudeverwaltung, also Wohnanlagen und gemeinnützige Wohnträger.

Wie kann ein Bunker nun wieder reaktiviert werden? Weil das Thema in den vergangenen Jahren unter dem Radar geblieben ist, sind auch Vorarlberger Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, vom Markt verschwunden. „Aber es gibt noch zwei Firmen in der Nähe von Zürich, jeweils eine in der Steiermark und in Niederösterreich, die Überprüfungen vornehmen“, weiß Knünz. „Momentan sind aber auch sie mit Arbeit eingedeckt und es kann zu Wartezeiten kommen.“ Grundsätzlich soll ein Schutzraum schützen, sei es vor Trümmern bei Explosionen, Naturkatastrophen oder eben gegen radioaktive Strahlung. „Dafür muss er statisch massiv ausgeführt sein, mit Betonwänden und -decke, die auch einem einstürzenden Gebäude standhalten.“ Über eine Filteranlage wird Luft angesaugt, die die radioaktiven Partikel aus der Luft herausfiltert. „Über ein Ventil im Schutzraum entsteht Überdruck. Dieser gewährleistet, dass verbrauchte Atemluft nach außen gepresst wird und Giftgase nicht von außen eindringen können.“ Bei einer Reaktivierung muss sichergestellt werden, dass neben Belüftung und Notstromerzeugung auch der Filtersand intakt sowie die Wasser- und Essensversorgung ausreichend sind.

Vorsorgen

Anders als in der Schweiz, wo jeder Einwohner zu jeder Zeit einen Platz im Bunker hätte, gibt es hierzulande keine größeren öffentlichen intakten Zivilschutzräume. „Es gibt aus Sicht des Zivilschutzes schon Nachholbedarf. Vor allem sollte aber jede Person für sich selbst schauen, dass sie möglichst sicher unterwegs ist, ohne sich auf die Öffentlichkeit verlassen zu müssen“, betont Knünz. Auch wenn er hoffe, dass der Ernstfall nicht eintritt, sei Vorsorge nämlich immer die beste Versicherung.

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Herbert Knünz im Schutzrau der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle. Es gibt eine Küche und 18 Betten.VN/STeurer
Herbert Knünz im Schutzrau der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle. Es gibt eine Küche und 18 Betten.VN/STeurer