Neuer Hitzerekord: Alles drängt ans Wasser

Vorarlberg / 19.06.2022 • 13:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lena und Hemma nutzten den Heimatbesuch für einen Badegang im Bodensee. <span class="copyright">VN/Serra</span>
Lena und Hemma nutzten den Heimatbesuch für einen Badegang im Bodensee. VN/Serra

Der Sommer ist in Vorarlberg angekommen, die Badeplätze mehr als gut besucht.

Hohenems Wer am Sonntag erst gegen 11 Uhr aus dem Haus kam und sich auf dem Weg zum Badesee oder Freibad machte, lernte schnell dass er oder sie spät dran ist. Bei den Baggerseen bei Rankweil wartete so mancher Autofahrer um diese Zeit auf einen freien Parkplatz, um sich ins Wasser stürzen zu können.

“An solchen Tagen werden die Bäder immer gestürmt”, bestätigt Oliver Tschabrun vom Walgaubad. Er verzeichnete an den Wochenendtagen jeweils an die 3000 Badegäste. “Viele waren wohl am Pfingstwochenende weg und sind dieses verlängerte Wochenende im Land geblieben”, erklärt er sich den Besucheranstrom. Und auch ohne Rekordtemperaturen wäre er zufrieden. Nach dem Coronajahr 2020 und dem Schlechtwettersommer 2021 sind nun die Saisonkartenverkäufe wieder auf Vor-Corona-Niveau zurückgekehrt.

Saisonauftakt und Test-Badegäste

Auch in den Rheinauen waren Parkplätze gegen 11 Uhr bereits Mangelware. Obwohl alle verfügbaren Kassen geöffnet sind, wird die Traube vor dem Eingang des Freibads Rheinauen nicht kürzer. An einer von ihnen steht Geschäftsführer Ewald Petritsch, der nebenbei noch die Anliegen der Badegäste betreuen muss. “Es ist jetzt kurz vor Mittag, wir haben schon 2700 Gäste im Bad”, gibt er schnell Auskunft. “Ich rechne allein heute noch mit 7000 bis 8000 Besucher.”

Ewald Petritsch hat ein besucherstarkes Wochenende hinter sich. <span class="copyright">VN/RAuch</span>
Ewald Petritsch hat ein besucherstarkes Wochenende hinter sich. VN/RAuch
Kurz nach 11 Uhr am Sonntag: Warten ist angesagt. <span class="copyright">VN/RAuch</span>
Kurz nach 11 Uhr am Sonntag: Warten ist angesagt. VN/RAuch

Einer seiner Mitarbeiter hilft den nicht endend wollenden Besucheranstrom, einen Parkplatz zu finden. Weniger herausfordernd war diese Suche noch für Sauerweins aus Löruns, die um 10.15 Uhr in Hohenems ankamen. “Wir sind nicht so oft im Schwimmbad, wenn dann aber meist in den Rheinauen”, erklärt Christian Sauerwein. Der 48-Jährige und seine Familie schätzen den Alten Rhein und die Weitläufigkeit des Areals. Das macht auch die Anfahrt aus dem Montafon wett. Für Sauerweins ist es der erste Badetag und damit Auftakt der Saison. “Es ist die einzige Möglichkeit, den heutigen Tag zu verbringen”, betont seine Gattin Martina (49). “So viele solche Tage haben wir auch wieder nicht, grad nicht am Wochenende.”

Christian, Martina und Laura (17) Sauerwein kamen aus dem Montafon an den Alten Rhein.  <span class="copyright">VN/RAUch</span>
Christian, Martina und Laura (17) Sauerwein kamen aus dem Montafon an den Alten Rhein. VN/RAUch
Manfred und Nadine Rützler (beide 32) sorgen dafür, dass Nico (8) und Lena (7) zum Schwimmen kommen. <span class="copyright">VN/Rauch</span>
Manfred und Nadine Rützler (beide 32) sorgen dafür, dass Nico (8) und Lena (7) zum Schwimmen kommen. VN/Rauch

Die Rützlers aus Nenzing Beschling kamen gerade an und entschieden sich für einen Liegeplatz nahe der Wasserrutsche. “Wir haben die V-Card und testen die einzelnen Schwimmbäder”, erklärt die 32-jährige Nadine. Mit den Temperaturen jeneits der 30 Grad Celsius haben die vier weniger zu kämpfen. “Das Wochenende haben wir in der Therme verbracht, nun wollen wir das Wetter genießen”, erklärt sie. Als Schwimmlehrerin ist ihr auch wichtig, dass die Kinder Nico (8) und Lena (7) auch regelmäßig zum Schwimmen kommen.

Martin Bickel und Leon Sieghartsleitner haben sich für den Ruhebereich entschieden. <span class="copyright">VN/RAuch</span>
Martin Bickel und Leon Sieghartsleitner haben sich für den Ruhebereich entschieden. VN/RAuch

Am Rande des Ruhebereichs hat Leon Sieghartsleitner einen Platz im Schatten gefunden. “Ich war letzte Woche schon hier und dachte mir, dieses Wochenende könnt ich nochmal kommen”, erklärt der 23-jährige Rankweiler. Mitgenommen hat er dieses Mal Martin Bickel (24) aus Weiler. “Alles tiptop, auch das Wasser ist super”, ist das Fazit der beiden.

Unter der kostenlosen Hotline 050 555 555 geben Expert:innen am Hitzetelefon des Gesundheitsministerium und AGES Hilfestellung beim Umgang mit den hohen Temperaturen