Gericht: Als aus einem Bankomaten plötzlich 32.000 Euro herausflatterten

Vorarlberg / 20.06.2022 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Als aus einem Bankomaten plötzlich 32.000 Euro herausflatterten
Die Angeklagte lieferte ein reumütiges Geständnis ab. Eckert

Rumänische Arbeiterin freute sich über augenscheinlichen Defekt und nahm das Geld kurzerhand mit.

feldkirch Eigentlich beabsichtigte die Rumänin lediglich ihren Zahltag abzuholen. 700 Euro wollte sie im September vergangenen Jahres von dem Dornbirner Geldinstitut beheben, dafür händigte ihr eine Bankangestellte eine sogenannte „White Card“ aus. 45 Euro sollten als Reserve auf dem Bankkonto verbleiben.

Doch der Bankomat hatte einen Defekt, zählte und zählte vor sich hin, solange bis ein dickes Geldscheinbündel im Ausgabeschlitz steckte. 31.840 Euro waren es genau. Dass es dabei nicht mit rechten Dingen zugegangen war, dämmerte der Frau sofort. Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch räumt die wegen Diebstahl angeklagte Frau auch ein, dass sie sich falsch verhalten hat, als sie mit dem Geld einfach die Bank verließ.

Kranke Mutter

Die 48-Jährige hatte in Rumänien eine schwer kranke Mutter. Für sie wollte sie das Geld verwenden. Doch zwei Wochen nach der Behebung starb die betagte Frau. Die Rumänin veranstaltete zwei große Beerdigungsfeiern, wie es angeblich Brauch sei, das Geld ist jedenfalls weg. Bis auf eine kleine Rückzahlung in der Höhe von 1960 Euro ist der Schaden noch offen und den muss sie theoretisch auch zurückbezahlen.

 Wie es in der Praxis damit aussieht, ist eine andere Geschichte. Bislang war die Frau unbescholten, hatte einen Job und sie zeigt sich auch umfassend geständig. Das alles wird mildern bewertet. Fünf Monate Haftstrafe wegen Unterschlagung werden es dennoch. Allerdings hat sie seit ihrer Verhaftung in Frankreich bereits eineinhalb Monate abgesessen. Wird ihr die „Halbstrafenentlassung“ gewährt, dann muss sie ab jetzt nur noch einen Monat hinter Gittern ausharren.

Mit Urteil einverstanden

„Salopp gesagt kann man den Sachverhalt mit den Worten ‚Gelegenheit macht Diebe‘ zusammenfassen“, fordert Staatsanwalt Heinz Rusch eine angemessene Strafe. Er sieht in dem Verhalten der Frau einen Diebstahl. Der Richter stuft die Tat jedoch als Unterschlagung ein. Für die Verurteilte macht dies wenig Unterschied, sie hofft auf eine milde Entscheidung und die bekommt sie.

„Das Urteil ist gut so, ich bin froh und wünsche Ihnen viel Gesundheit“, bedankt sich die Verurteilte bei Richter Christoph Stadler. Sie wird so etwas nie wieder machen, beteuert sie. Das Urteil ist rechtskräftig.