Ein Rastplatz am Radweg statt tückischer Unfallkurve in Lauterach

Vorarlberg / 22.06.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nächstes Sorgenkind: Am Halbanschluss Güterbahnhof sollen Radler und Schwerverkehr entflochten werden, um einander nicht mehr in die Quere zu kommen.
Nächstes Sorgenkind: Am Halbanschluss Güterbahnhof sollen Radler und Schwerverkehr entflochten werden, um einander nicht mehr in die Quere zu kommen.

Lauterach beseitigt Gefahrenstelle und plant weitere Sicherheitsmaßnahmen.

Lauterach „Nach zwei Unfällen mit erheblichen Folgen hat es uns gereicht, wir sahen dringenden Handlungsbedarf, um die Sicherheit der Radfahrer zu verbessern“, erläutert Bürgermeister Elmar Rhomberg bei einem Lokalaugenschein an einem bisher sehr gefährlichen Abschnitt des Radwegs von Dornbirn nach Lauterach im Bereich der Sportanlage Bruno Pezzey nahe des Güterbahnhofs. Noch sieht die betreffende Stelle ein wenig wie eine Baustelle aus, „aber wenn der Platz grasbewachsen ist, wird es eine attraktive Möglichkeit zur Rast“, ist der Gemeindechef überzeugt. Und in der Tat: Wo jetzt eine Bank die Radler zu einem Stopp einlädt, war noch vor kurzem eine unübersichtliche Kurve. „Üppig wucherndes Gebüsch verhinderte die Sicht auf den Gegenverkehr, der erst im letzten Moment gesehen wurde. Zwei Kollisionen waren die Folge.“ Wie neuralgisch diese Stelle ist, unterstreicht ein umfangreicher Wegweiser, der anzeigt, wie viele Radwege sich hier kreuzen.

Wo bisher sichtbehinderndes Gebüsch eine gefährliche Unfallstelle bildete, sorgt jetzt ein Rastplatz für Verbesserung.
Wo bisher sichtbehinderndes Gebüsch eine gefährliche Unfallstelle bildete, sorgt jetzt ein Rastplatz für Verbesserung.

Die Unfälle haben auch die Verhandlungen mit dem Grundeigentümer erleichtert, ist Rhomberg dankbar für das Entgegenkommen der Asfinag, die hier nach wie vor Grundbesitzerin ist. „Das trifft auf das gesamte Umfeld zu, denn hier war der Grund in den 1970er-Jahren für den ursprünglichen A-15-Knoten abgelöst worden. Die Transaktion wurde nie rückabgewickelt.“
Mit der Bereitschaft der Asfinag, dieses kleine Grundstück abzutreten, war es möglich, das Gelände an diesem Radwegabschnitt umzugestalten: „Das Gebüsch wurde komplett gerodet, sodass nun entgegenkommende Radler frühzeitig gesehen werden. Und weil uns ein attraktiver Radweg ein großes Anliegen ist, haben wir dieses Areal gleich zu einem kleinen Rastplatz umgestaltet – mit einer Bank und ,besitzbaren‘ großen Steinen“, so Rhomberg, dem die Arbeit an diesem Abschnitt des Radwegenetzes nicht ausgeht.

Mehr Sicherheit

Unweit der jetzt entschärften Gefahrenstelle befindet sich noch ein Sorgenkind: „Der Radweg quert ausgerechnet im Bereich des Teilanschlusses Güterbahnhof die Senderstraße L 41. Gleichzeitig mündet die Autobahnausfahrt Güterbahnhof keine 50 Meter davon entfernt ebenfalls in die L 41 ein. Deshalb müssen die Radler nicht nur auf den Verkehr auf der Senderstraße achten, sondern auch auf den von der Autobahn in Richtung Güterbahnhof abfahrenden Schwerverkehr, den sie hier queren müssen. Unser Plan ist deshalb die Entflechtung des Verkehrs. Und zwar indem wir den Radweg aus Richtung Dornbirn ein Stück weit südlich entlang der Senderstraße Richtung Ried führen, damit die Querung der Senderstraße erst dort erfolgt, wo einander Schwerverkehr von der Autobahn und Radverkehr nicht mehr in die Quere kommen.“ STP