Gericht: Kupfer im Wert von 55.000 Euro gestohlen

Vorarlberg / 23.06.2022 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Kupfer im Wert von 55.000 Euro gestohlen
Der 52-jährige Rumäne sieht sich selbst als Opfer: “Habe nichts von Diebstählen gewusst.” Eckert

Komplize einer rumänischen Diebesbande in Feldkirch angeklagt.

Feldkirch Kupfer ist ein beliebtes Diebesgut. Die geschädigte Firma aus dem Kanton Zürich beziffert die zwei Tonnen des Metalls mit 55.000 Euro. Das Unternehmen fertigt vor allem verschiedene Bedachungen an und wurde im April dieses Jahres Opfer eines großangelegten Diebstahls. Laut Staatsanwaltschaft ausgeführt von drei Rumänen, allesamt international vorbestraft und bereits in Haft gesessen. Einer des Trios sitzt zurzeit auf der Anklagebank in Feldkirch. Ihm werden Geldwäsche, Hehlerei und Aktivitäten im Rahmen einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Unter anderem geht es neben dem Kupferdiebstahl noch um mehrere Firmeneinbrüche in Vorarlberg. Ein Zweiter des kriminellen Trios befindet sich in Rumänien in Auslieferungshaft, der Dritte steckt irgendwo in England.

Als Security tätig

Der Angeklagte, der in Italien und in Griechenland straffällig geworden war, wurde von der italienischen Justiz zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Abgesessen hat er angeblich nur eines davon. Gearbeitet hat der 52-Jährige auch einmal. Und zwar, so wie sein Komplize auch, bei einer Vorarlberger Sicherheitsfirma. Das Unternehmen wirbt mit Sicherheitstechnik, Sicherheit für private Haushalte und Firmengelände, kurzum für professionelle Betreuung in allen möglichen Sicherheitsfragen. Seit einem Arbeitsunfall, so der 52-jährige Rumäne, sei er allerdings im Krankenstand. Gewohnt hat er in Dornbirn, zurzeit wohnt er im Gefängnis in Untersuchungshaft. In Vorarlberg sei er seit insgesamt fünf Jahren, sagt der Beschuldigte.

Nichts gewusst

Die drei Männer sollen im April folgendermaßen vorgegangen sein: Zwei Komplizen stahlen mit einem Kastenwagen die zwei Tonnen Kupfer in der Schweiz. Um mobil und flexibel zu sein, benutzten sie zusätzlich einen in der Schweiz gestohlenen Alfa Romeo. Dem Angeklagten wird konkret vorgeworfen, in Götzis bei einem Altwarenhändler für 200 Euro beim Abladen des Kupfers geholfen zu haben. Er sagt, er habe alles für legal gehalten. Seine Bekannten hätten gesagt, das Kupfer günstig für drei Euro pro Kilo gekauft zu haben. „Hätte ich gewusst, dass es gestohlen war, hätte ich doch nie geholfen“, beteuert der Mann mit auffallend viel Nachdruck.

Viele Missverständnisse

Dass sein Handy bei zwei Einbrüchen ganz in der Nähe der Vorarlberger Tatorte eingeloggt war, könne nicht sein, empört sich der Beschuldigte. Und den einen oder anderen Widerspruch in seiner polizeilichen Aussage erklärt er mit einer schleißigen Übersetzung. „Die Dolmetscherin war sehr in Eile, da sind sicher Fehler passiert.“ Um weitere „Missverständnisse“ zu vermeiden, werden nun etliche Zeugen hergeholt und befragt. Am 12. August geht der Prozess weiter.