Wie die Feuerwehr Mäder einen Säugling und ein Kleinkind rettete

Vorarlberg / 23.06.2022 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie die Feuerwehr Mäder einen Säugling und ein Kleinkind rettete
Einsatzleiter Markus Eggenberger (M.) und sein Kollege Simon Held von der Feuerwehr Mäder waren sofort zur Stelle. Feuerwehr Mäder

Kinder waren in der Hitze im Auto eingesperrt, verzweifelte Mutter alarmierte Einsatzkräfte.

Mäder, Hörbranz Am Mittwochnachmittag in Mäder: Eine Mutter bekommt Panik. Gerade hatte sie ihren Pkw in Mäder abgestellt, in ihm zwei Kinder. Eines von ihnen ein zwei Monate alter Säugling, das andere zwei Jahre alt. Als die Frau den Pkw verlässt, vergisst sie den Schlüssel im Inneren. Dann kam es aus irgendeinem Grund zur automatischen Sperre der Fahrzeugschlösser des Skoda. Es herrschte Nachmittagshitze. Die Luft im Inneren des Autos erwärmte sich in Minutenschnelle.

Einsatz mit Glasmaster

Die Mutter reagierte sofort und verständigte die Polizei. Beinahe gleichzeitig erreichte die Alarmkette auch Markus Eggenberger von der örtlichen Feuerwehr. Es ist 14.26 Uhr. Eggenberger machte sich umgehend mit seinem Kollegen Simon Held zum Einsatzort auf. „Wir haben die Beifahrertüre mit einem Glasmaster geöffnet“, schilderte der Feuerwehrmann gegenüber den VN: Ein Glasmaster ist ein spezielles Werkzeug der Feuerwehr, um versperrte Fahrzeuge zu öffnen.

Die Kinder konnten unversehrt geborgen werden, sie wurden durch die Hitze nicht in Mitleidenschaft gezogen, auch wenn seit der Alarmierung bereits rund 20 Minuten vergangen waren. Éggenberger: „Glücklicherweise stand das Auto unter dem Dach eines Carports. Dennoch war die Temperatur im Fahrzeuginneren bereits enorm angestiegen.“

Eingeschlossene Hunde

Einen ähnlichen Einsatz hatte die Feuerwehr am vergangenen Samstag in Hörbranz zu bewältigen. Vor einer Tankstelle waren zwei Hunde in einem Auto eingeschlossen und die Temperatur im Inneren bereits sehr hoch. Die Vierbeiner wurden geborgen und gleichzeitig die Tierrettung alarmiert. Was die Hitze für Hunde besonders gefährlich macht: Sie schwitzen nicht über die gesamte Haut, sondern nur über ihre Pfoten und die Zunge.

Wie die Feuerwehr Mäder einen Säugling und ein Kleinkind rettete
In Hörbranz mussten zwei eingeschlossene Hunde aus einem Auto befreit werden. Symbol/dpa

Gefährliche Falle

Immer wieder müssen Einsatzkräfte und Pannenhelfer bei hochsommerlichen Temperaturen Kleinkinder oder Tiere aus überhitzten Fahrzeugen befreien. “In der Sonne geparkte Fahrzeuge können sich innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen und für zurückgelassene Babys oder Tiere, die sich nicht selbst helfen können, zur gefährlichen Falle werden”, warnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Wie tragisch solle Fälle enden können, zeigt ein Beispiel, das sich im August 2017 in Nenzing ereignete. Eine 17-jährige Jugendliche hatte ihr 20 Monate altes Kind im Auto schlafen lassen. Der kleine Bub starb an einer Überhitzung seines Körpers. Die junge Frau und ihr mitverantwortlicher Freund wurden am Landesgericht Feldkirch wegen grob fahrlässiger Tötung zu bedingten Freiheitsstrafen von acht Monaten bzw. zehn Monaten verurteilt.

Wie die Feuerwehr Mäder einen Säugling und ein Kleinkind rettete
Die Hitze in einem Auto entwickelt sich in Minutenschnelle.