Städte räumen mit E-Scootern auf

Vorarlberg / 24.06.2022 • 18:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Dornbirn gibt es die Scooter seit September. Nach Beschwerden wurde mehr Personal ausgeschickt.  VN/PS
In Dornbirn gibt es die Scooter seit September. Nach Beschwerden wurde mehr Personal ausgeschickt.  VN/PS

In Bregenz sollen Wildparker ausgebremst werden, auch in Dornbirn gab es Anpassungen.

Bregenz, Dornbirn In vielen größeren Städten kommt man kaum mehr an ihnen vorbei. E-Scooter. In Bregenz sind seit Anfang Mai 150 Mietroller von TIER am Start. Das Geschäft läuft. Die türkis-schwarzen Gefährte sorgen allerdings nicht bei allen für ungebremste Begeisterung.

Dietmar Götz muss sich regelmäßig über wild parkende Roller ärgern. „Wie kommt hier ein Rollstuhlfahrer oder Sehbehinderter vorbei? Auch mit dem Kinderwagen gibt es hier kein Vorbeikommen“, kommentiert er ein Foto, das über ein halbes Dutzend kreuz und quer auf einem Gehweg abgestellte E-Scooter zeigt. Der Bregenzer ist nicht der Einzige, der sich dran stört. Weil sich in den letzten Wochen immer wieder Bürger beschwert haben, will die Landeshauptstadt mit den E-Scootern nun aufräumen.

Markierungen

„Wir haben mit der Geschäftsführerin von TIER Österreich letzte Woche vereinbart, dass in den nächsten zwei, drei Wochen sämtliche Abstellplätze markiert werden und der Radius, in dem man den Scooter abstellen kann, über Google so minimiert wird, dass man ihn nur noch dort abstellen kann“, erläutert Bürgermeister Michael Ritsch.

Anders als in Dornbirn, wo die akkubetriebenen Gefährte praktisch überall geparkt werden können, hat Bregenz ein anderes Modell gewählt und knapp 70 Abstellplätze definiert. „Es ist wie bei einem Auto, wenn man einem Autofahrer sagt, er darf nur noch auf Parkplätzen parken, aber kein einziger angezeichnet ist, dann ist es ein bisschen schwierig. Deshalb werden wir die Parkplätze anzeichnen“, sagt Marlene Johler, gebürtige Bregenzerin und Geschäftsführerin von TIER Österreich. Johler rechnet damit, dass nächste Woche damit begonnen werden kann. Derzeit warte man noch auf die Stadt. Parallel dazu soll auch möglichst bald das Parksystem Fantasmo eingeführt werden. „Das ist unser präzisestes Parksystem. Um die Fahrt zu beenden, muss der Benutzer mit dem Handy die Umgebung scannen. Damit kann man feststellen, ob der Scooter im richtigen Feld geparkt ist“, führt Johler aus.

Parkverbotszonen

Und in Dornbirn? In der Messestadt ist TIER seit September mit 100 Scootern am Start. Auch dort habe es zwischenzeitlich mehr Beschwerden gegeben, sagt die Geschäftsführerin. „Da haben wir nachgezogen, indem wir mehr Personal auf die Straße geschickt haben, um das Parkverhalten besser zu kontrollieren. Wenn wir wiederholt Beschwerden bekommen, weil zum Beispiel Scooter bei einem Hauseingang behindernd geparkt werden, führen wir auch Parkverbotszonen ein.“ VN-ger

„Auch mit dem ­Kinderwagen gibt es hier kein Vorbeikommen.“

Marlene Johler: „Die Nutzungsraten in Bregenz sind sehr hoch. Nach einem Monat hatten wir 20.000 Fahrten.“ VN
Marlene Johler: „Die Nutzungsraten in Bregenz sind sehr hoch. Nach einem Monat hatten wir 20.000 Fahrten.“ VN
Für viele ein Ärgernis: Kreuz und quer auf dem Gehweg abgestellte Scooter. Leserreporter
Für viele ein Ärgernis: Kreuz und quer auf dem Gehweg abgestellte Scooter. Leserreporter
Städte räumen mit E-Scootern auf