Internationale Investoren haben den Arlberg im Visier

Vorarlberg / 27.06.2022 • 20:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der jüngste Verkauf einer Beherbergungsimmobilie in Lech. Ein deutscher Investor hat 13,75 Millionen Euro für die Spullersee-Appartements bezahlt.VN/Paulitsch
Der jüngste Verkauf einer Beherbergungsimmobilie in Lech. Ein deutscher Investor hat 13,75 Millionen Euro für die Spullersee-Appartements bezahlt.VN/Paulitsch

Wieder wurde eine Beherbergungsimmobilie im Nobelskiort Lech an einen Investor veräußert.

Lech Wohnraum in Lech ist rar und sündteuer. Am großen Interesse internationaler Investoren ändert das wenig. Gleich mehrere millionenschwere Immobilienverkäufe haben in den letzten Monaten für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt ist die Liste um eine weitere spektakuläre Transaktion länger.

Das Appartementhaus Spullersee hat mit dem Verkauf vom 18. Mai einen neuen Eigentümer, wie aus einem aktuellen Eintrag im Grundbuch hervorgeht. Der bis zuletzt familiär geführte Beherbergungsbetrieb hat für 13,75 Millionen inklusive Hotelinventar den Besitzer gewechselt. Der Ausverkauf im Nobelskiort geht damit munter weiter.

Das Haus mit 514 Quadratmetern Baufläche steht auf einem 1375 Quadratmeter großen Grundstück. Die bisherigen Eigentümer hatten auf ihrer Homepage die Südlage der Appartements unmittelbar an der Langlaufloipe und nur fünf Gehminuten vom Lecher Ortszentrum beworben. Gefallen am Appartementhaus haben aber offensichtlich nicht nur Urlaubsgäste gefunden, sondern auch ein Investor aus Deutschland.

Neuer Eigentümer der Liegenschaft ist die JAR Österreich GmbH, die ihren Sitz mit dem Kauf des Hauses an deren Adresse in Lech hat. Recherchen im Firmenbuch führen nach Solingen, wo die Ern-Gruppe um Inhaber Wulf-Rüdiger Ern ihre Firmenzentrale hat. Das Unternehmen ist neben anderen Bereichen auch im Immobiliengeschäft tätig. Welche Pläne der neue Eigentümer mit der Lecher Immobilie verfolgt, war vorerst nicht zu erfahren. Für die VN war niemand erreichbar. Auch die bisherigen Besitzer wollten sich dazu nicht äußern.

Fokus auf Beherbergungsbetrieben

Im Ort häufen sich Verkäufe von Beherbergungsimmobilien. So hatte im Vorjahr der deutsche Milliardär Marc Samwer für Aufsehen gesorgt. Der Zalando-Gründer erwarb für 10,5 Millionen Euro eine unscheinbare Mitarbeiterunterkunft, aus der ein kleines, gediegenes Hotel mit höchstem Qualitätsanspruch werden soll. Am 20. Mai hat Samwers Berghaus MRO GmbH um die Erteilung der Baubewilligung für sein Boutique-Hotel angesucht. Eine erste Bauverhandlung wird bereits heute, Dienstag, stattfinden.

Pläne für Hotelbetrieb

Mit 10,75 Millionen Euro hat mit Siegfried Wolf zuletzt ein weiterer prominenter Unternehmer tief in die Tasche gegriffen. Wolf, der wegen seiner Russland-Verbindungen in den Schlagzeilen steht, hat sich die Pension Gradenburg mit 20 Zimmern gesichert und will das Haus als Hotel weiterführen. Die VN berichteten.

Unklar sind indes die Pläne zweier Fondsmanager mit Firmensitz in London. Sie haben in unmittelbarer Nachbarschaft zum Chalet-N des Tiroler Immobilien-Milliardärs Rene Benko ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück für 8,9 Millionen Euro erworben und damit im Ort für Kopfschütteln gesorgt. Der Immobilienmarkt am Arlberg spielt augenscheinlich verrückt. Mehr wurde jedenfalls noch nirgendwo in Vorarlberg für den Quadratmeter Bauland bezahlt.

Zalando-Mitbegründer Marc Samwer hat ein Mitarbeiterhaus erworben.
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Manager Siegfried Wolf kaufte kürzlich die Pension Gradenburg.Gradenburg
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