Warum sich Herbert Sparr den Bürgermeister nicht mehr antun wollte

Vorarlberg / 28.06.2022 • 21:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Herbert Sparr hat genug. Er legt das Amt des Höchster Bürgermeisters zurück. Das politische Klima in der Gemeinde hatte ihn belastet. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Herbert Sparr hat genug. Er legt das Amt des Höchster Bürgermeisters zurück. Das politische Klima in der Gemeinde hatte ihn belastet. VN/Paulitsch

Streitereien in der Gemeinde und private Gründe lassen den Höchster Gemeindechef den Hut nehmen.

Höchst Amtsmüdigkeit hatte er schon vor einiger Zeit erkennen lassen, doch am Ende ging alles sehr schnell: Herbert Sparr (63) von der Liste Sparr, ÖVP und Parteifreie gab nach der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend seinen Rücktritt als Höchster Bürgermeister bekannt.

Als Grund für seinen Abschied, den er Ende September vollziehen wird, gab Sparr gegenüber den VN im persönlichen Gespräch an: “Es gab in letzter Zeit einige Unstimmigkeiten, die das Klima in der Gemeinde sehr belastet haben. Die Aufkündigung des Kinder-Campus, die Angriffe gegen meine Stellvertreterin und Nachfolgerin Heidi Schuster-Burda – all das habe ich als sehr unangenehm empfunden.”

“Kostbare Zeit”

In den letzten Monaten habe sich in den politischen Gremien eine Gesprächs- und Kritikkultur etabliert, die das Gemeinsame mehr und mehr vergessen ließ. Anschuldigungen statt Dialog stünden bei der Opposition auf der Tagesordnung, schreibt Sparr in einer Aussendung.

Sparr gibt auch persönliche Gründe für seinen plötzlichen Rücktritt an. Er habe nun “kostbare Zeit für die Betreuung von nächsten Angehörigen”.

Der 63-Jährige leitete am Dienstagabend seine letzte Gemeindevertretersitzung. Sein Nachfolger bzw. seine Nachfolgerin muss in einer Bürgermeisterwahl ermittelt werden. Diese könnte noch vor Jahresende stattfinden. Die nächsten regulären Wahlen von Gemeindevertretung und Bürgermeister finden 2025 statt.

Absolute Mehrheit

Bei der letzten Wahl erreichten Sparr und seine Liste sowohl als Fraktion als auch Sparr als Bürgermeisterkandidat absolute Mehrheiten. Die Gruppierung kam auf 52,45 Prozent der Stimmen, Herbert Sparr als Bürgermeisterkandidat auf 60 Prozent.

Er wolle den Ruhestand genießen und freue sich auf einen neuen Lebensabschnitt, teilte der Noch-Bürgermeister den VN mit. Sparr übte sein Amt in der 8000-Einwohner-Kommune über neun Jahre aus. Im Jahre 2013 trat er die Nachfolge von Langzeit-Bürgermeister Werner Schneider an.